„Jetzt beginnt eine neue Ära“

Historischer Händeschlag von Südkoreas Moon Jae-In und Nordkoreas Kim Jong-Un an der Demarkationslinie. [EPA-EFE/KOREA SUMMIT PRESS POOL / POOL]

Zum Auftakt des Korea-Gipfels hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un am Freitag zum ersten Mal die Grenze nach Südkorea überschritten.

Dort wurde er vom südkoreanischen Staatspräsident Moon Jae In begrüßt. An der Demarkationslinie reichten sich beide lächelnd die Hand, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. „Ich freue mich, Sie zu treffen“, sagte Moon. Auf eine entsprechende Geste Kims überschritten beide, sich an den Händen haltend, die Grenze zum Norden. Dort machten sie ein paar gemeinsame Schritte und kehrten dann wieder in den Süden zurück. Nach einer kurzen ersten Unterredung hinter verschlossenen Türen sollten später die offiziellen Beratungen beginnen.

“Jetzt beginnt eine neue Ära”, schrieb Kim in einem Gästebucheintrag: “ein Zeitalter des Friedens”. Moon äußerte die Hoffnung, dass es noch am Freitag zu einer Vereinbarung kommen werde, die die Friedenshoffnungen der Menschen erfülle.

Es handelt sich um das erste koreanische Gipfeltreffen seit zehn Jahren. Außerdem ist es das erste Mal überhaupt, dass ein nordkoreanischer Machthaber den Süden betritt. Nach Angaben Südkoreas sollen sich die Gespräche um eine Denuklearisierung und die Sicherung eines dauerhaften Friedens drehen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete vor dem Treffen, Kim werde alle Themen besprechen, die zur Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen sowie zu Frieden, Wohlstand und der Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel beitragen.

Das US-Präsidialamt äußert die Hoffnung, dass die Begegnung Fortschritte in Richtung Frieden und Wohlstand für die gesamte Halbinsel erzielen werde. Präsident Donald Trump will sich im Mai mit Kim treffen. Er machte das allerdings davon abhängig, dass der Koreagipfel erfolgreich wird. So erhöhte er den Druck auf beide Seiten.

Hintergrund

Bei dem Gipfeltreffen im Grenzort Panmunjom soll es um einen Abbau der militärischen Spannungen zwischen den Nachbarländern gehen. Außerdem will Moon Kim davon überzeugen, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben. Kim und Moon könnten zudem über Wege zu einem möglichen Friedensabkommen beraten. Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) gilt auf der Halbinsel lediglich ein Waffenstillstand, offiziell befinden sich die beiden koreanischen Staaten noch immer im Kriegszustand.

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