Italiens Premierminister weist Russlands Begründungen für Gaslieferkürzungen zurück

Gazprom beschloss am Donnerstag, etwa 35 Prozent des für Italien vorgesehenen Gaslieferungen zu kürzen. Das Energieunternehmen kündigte die Lieferung von "nur 65 Prozent der angeforderten Lieferungen" an. Am Mittwoch (15. Juni) hatte es die Lieferungen bereits um 15 Prozent gekürzt. [EPA-EFE/ETTORE FERRARI]

Russlands Behauptungen, die Kürzung der Gaslieferungen nach Italien seien auf Wartungsarbeiten zurückzuführen, seien Lügen, stattdessen handele es sich um politische Gründe, sagte Premierminister Mario Draghi am Donnerstag in Kyjiw.

Der russische Energieriese Gazprom hatte zuvor eine weitere Kürzung der täglichen Gaslieferungen an Rom angekündigt.

Gazprom hatte am Donnerstag entschieden, etwa 35 Prozent der für Italien vorgesehenen Gaslieferungen zu kürzen. Das Energieunternehmen kündigte die Lieferung von „nur 65 Prozent der angeforderten Lieferungen“ an. Am Mittwoch (15. Juni) hatte es die Lieferungen bereits um 15 Prozent gekürzt.

„Man hat uns gesagt, dass die Gründe für die Lieferkürzungen in ganz Europa technischer Natur seien, vor allem, dass die Wartung der Leitungen Ersatzteile erfordert, die aufgrund der EU-Sanktionen nicht verfügbar seien“, sagte Draghi gegenüber Reporter:innen auf einer Pressekonferenz in Kyjiw nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

„Sowohl Deutschland als auch wir und andere Länder halten dies jedoch für eine Lüge“, fügte er hinzu.

„Es gibt eine politische Nutzung von Gas, genauso wie es eine politische Nutzung von Weizen gibt“, fügte der Premierminister hinzu.

Wenn weniger Energie nach Italien geliefert wird, hat das zwar keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Konsum, es wirkt sich aber auf die Lagerbestände aus. Italien hat derzeit 52 Prozent seiner gesamten Lagerkapazität erreicht.

„Die Einlagerung ging zügig voran, was uns kurzfristig und für den Winter recht zuversichtlich stimmt. Allerdings behindern die aktuellen Preise die Lagerhaltung“, fügte er hinzu.

Die „Strategie“ Moskaus, die Lieferungen zu verringern, während die Preise in die Höhe schießen, ermögliche es „Russland, genau so viel zu verdienen wie zuvor“, sagte der Premierminister weiter. „Eine solche Strategie muss bekämpft werden. Wir [die EU-Länder] werden das während des Europäischen Rates diskutieren“, fügte er hinzu.

In diesem Zusammenhang „gewinnt der Vorschlag Italiens für eine europäische Preisobergrenze für Gas an Bedeutung“, schloss er.

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