Italien schlägt neue europäische Migrationspolitik vor

Es sei "notwendig, eine einheitliche und konstruktive Position für eine neue europäische Migrationspolitik zu definieren", so Lamorgese in einem Interview mit der Zeitung La Repubblica im Vorfeld des Gipfels der fünf EU-Mittelmeerländer. [EPA-EFE/ANGELO CARCONI]

Eine neue EU-Migrationspolitik wurde von der italienischen Innenministerin Luciana Lamorgese in einem Interview im Vorfeld des Med5-Gipfels, an dem Italien, Spanien, Griechenland, Malta und Zypern teilnehmen, ins Gespräch gebracht.

Es sei „notwendig, eine einheitliche und konstruktive Position für eine neue europäische Migrationspolitik zu definieren“, so Lamorgese in einem Interview mit der Zeitung La Repubblica im Vorfeld des Gipfels der fünf EU-Mittelmeerländer.

Lamorgese wird am Freitag und Samstag (3./4. Juni) in Venedig mit den Innenministern von Spanien, Griechenland, Malta und Zypern zusammentreffen. Das Treffen schließt sich an die Ministergespräche zwischen den Ländern im vergangenen Jahr an.

Die Minister werden die Migrationsströme und die Ukraine-Krise diskutieren und versuchen, einen „Kompromiss zwischen Rechenschaftspflicht und Solidaritätsmaßnahmen für eine neue europäische Migrationspolitik“ zu finden, so Lamorgese.

Der Krieg in der Ukraine und die Nahrungsmittel, die dadurch weltweit bedroht sind, sowie die Klimakrise seien dringende Angelegenheiten, die auf EU-Ebene behandelt werden müssten, fügte sie hinzu.

„Europa kann sich nicht vorstellen, alle Wirtschaftsmigranten aufzunehmen, die aus Afrika und einigen asiatischen Ländern kommen wollen“, so die Ministerin, die den Weg für eine Strategie zur Steuerung der Migrationsströme ebnete.

Inzwischen ist die Zahl der in Sizilien ankommenden Migranten mit den wieder einsetzenden Rettungsaktionen im Mittelmeer wieder angestiegen. Die Abreise erfolgt hauptsächlich aus Nordafrika, und im April und Mai wurde ein Anstieg von fast 30 Prozent verzeichnet.

In diesem Jahr wurden bisher 18.841 Migranten in Italien registriert, das sind 4.500 mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2021.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen sterben jedoch weiterhin Menschen auf dem Meer.

Seit Anfang des Jahres sind rund 650 Menschen bei Schiffsunglücken auf See ums Leben gekommen, während die meisten Rettungen von NGOs durchgeführt werden.

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