Italien erneut Ziel eines großen russischen Cyberangriffs

Russische Hacker:innen griffen mit DDoS-Angriffen die Website des Außenministeriums, des Ministeriums für Bildung und kulturelles Erbe sowie des Verteidigungsministeriums an, um die Server zu überlasten. [Shutterstock/Joyseulay]

Die prorussische Hackergruppe Killnet und ihre Schwesterorganisation Legion haben am Freitag in einer koordinierten Cyberattacke Tausende von Websites, darunter auch Regierungsseiten, angegriffen, wie die italienische Polizei mitteilte.

Russische Hacker:innen griffen die Website des Außenministeriums, des Ministeriums für Bildung und kulturelles Erbe sowie des Verteidigungsministeriums an. Dies geschah durch eine gezielte Überlastung der Server, auch DDoS-Angriff genannt.

Auch der Senat, der Oberste Rat der Magistratur und die Websites von Verkehrsinfrastrukturen wie Flughäfen und Zügen wurden angegriffen. Die Attacken verursachten mehrere Verzögerungen und einige Ausfälle, sodass sie nicht mehr zugänglich waren.

In den letzten zehn Tagen gab es immer wieder Versuche, institutionelle Webportale anzugreifen, so auch während der Eurovision-Attacke, zu der sich dieselbe prorussische Hackergruppe später über Telegram bekannte. Expert:innen zufolge planen die Hacker:innen einen Cyberkrieg und testen derzeit die Systeme aus.

Unterdessen hat die italienische Regierung kürzlich die Nationale Cybersicherheitsstrategie 2022-2026 vorgestellt, die Maßnahmen zur „Stärkung der Widerstandsfähigkeit im digitalen Wandel“, zur „Antizipation der Entwicklung der Bedrohung“, zum Krisenmanagement und zur „Bekämpfung von Online-Desinformation“ vorsieht, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.

Desinformation und die Verbreitung kremlfreundlicher Propaganda auf italienischen Kanälen sind auch für italienische Parlamentarier zu einem Problem geworden, seit der Fernsehsender Rete 4 vor einigen Wochen falsche Behauptungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow gesendet hat.

Angesichts des Verdachts, dass Kommentator:innen in den Sendungen kremlfreundliche Propaganda verbreiten könnten, hat der italienische Parlamentsausschuss für Sicherheit, Copasir, bereits eine Untersuchung „über ausländische Formen der Desinformation und Einflussnahme“ eingeleitet.

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