Islamische Staaten beraten Lage in Israel

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit kommt heute auf einem Sondergipfel in Istanbul zusammen. [Sedat Suna]

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) ruft heute ihe Mitgliedsstaaten zu einem Treffen in Istanbul zusammen. Die Staaten werden die Vorfälle im Gazastreifen diskutieren, bei denen am Montag 60 Palästinenser durch israelische Sicherheitskräftegetötet worden waren.

Der türkische Präsident der türkische Präsidente Recep Tayyip Erdogan, dessen Land derzeit den OIC-Vorsitz führt, erhofft sich eine „sehr starke Botschaft“ des Gipfels an Israel und die Weltgemeinschaft. Deutschland und Frankreich appellierten nach den zusammenstößen auf Besonnenheit beider Seiten. „Alle müssen sich nun dafür einsetzen, dass es nicht zu einer noch schlimmeren Zuspitzung der Lage kommt“, so eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. In Frankreich, das sich gegen die umstrittene Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem ausgesprochen hatte, telefonierte Präsident Emmanuel Macron am Montag mit Palästinenserpräsident Abbas und dem jordanischen König Abdullah.

Erst Ende letzten Monats waren beim „Marsch der Rückkehr“, der den Beginn einer sechswöchigen Protestzeit in Palästina einleitet, 17 Menschen umgekommen. Entlang der Grenze zum Gazastreifen hatten etwa 30.000 Menschen gegen die „Nakba“ protestiert, die Vertreibung aus ihrer Heimat im Jahr 1948.

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Parallel zum heutigen OIC-Gipfel, der um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) beginnt, findet in Istanbul eine Solidaritätskundgebung für die Palästinenser unter dem Slogan „Stoppt die Unterdrückung“ statt. Neben Sudans Staatschef Omar al-Baschir werden auch Jordaniens König Abdullah II. sowie die Emire Katars und Kuwaits zu dem Gipfel erwartet. Erdogan hatte erst im Dezember einen OIC-Gipfel in Istanbul einberufen, um gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zur Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem zu protestieren.

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