Iran verstößt zum zweiten Mal gegen Atom-Deal

Irans Außenminister Abbas Araghchi (l.), Regierungssprecher Ali Rabiei (M, und der Leiter der iranischen Atombehörde Behrouz Kamalvandi (r.) bei einer Pressekonferenz in Teheran. [Foto: Iranian Presidential office]

Der Iran hat die ihm zulässige Grenze angereicherten Urans überschritten. Damit verstößt das Land zum zweiten Mal gegen das Atom-Abkommen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat bestätigt, dass der Iran erneut über den erlaubten Grad hinaus Uran angereichert hat. Die zulässige Schwelle von 3,67 Prozent sei überschritten worden, teilte die in Wien ansässige Organisation am Montag mit. Die iranische Atombehörde hatte selbst mitgeteilt, als Reaktion auf Sanktionen der USA einen Anreicherungsgrad von mindestens 4,5 Prozent erreicht zu haben.

Mit der Erhöhung des Anreicherungsgrads verstößt der Iran zum zweiten Mal gegen die Atomvereinbarung von 2015. Am 1. Juli hatte Teheran bereits die zulässige Menge niedrig angereicherten Urans von 300 Kilogramm überschritten.

Mit dem schrittweisen Rückzug aus dem Atomabkommen reagiert der Iran darauf, dass US-Präsident Donald Trump den Vertrag im Mai 2018 einseitig aufgekündigt hatte.

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Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif betonte am Montag erneut, sein Land könne den Grad der Urananreicherung wieder herunterfahren, wenn die anderen Vertragspartner, insbesondere die Europäer, mehr zur Erfüllung ihres Teils der Vereinbarung täten. „Es gibt einen Ausweg“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Teheran beklagt seit langem, dass Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China zu wenig tun, um die Handelsbeziehungen aufrechtzuerhalten. Die USA hatten nach ihrem Ausstieg aus dem Abkommen erneute harte Sanktionen gegen Iran eingeführt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron entsandte derweil einen diplomatischen Berater nach Teheran, um vor Ort „deeskalierend“ zu wirken. Emmanuel Bonne werde am Dienstag und Mittwoch Vertreter der iranischen Behörden treffen, teilte der Elysée-Palast am Montag mit.

Für die Herstellung von Atomwaffen ist zu 90 Prozent angereichertes Uran notwendig. Die Regierung in Teheran bestreitet, waffenfähiges Uran herstellen zu wollen.

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