Interpol verhaftet wegen vermutetem Menschenschmuggel 286 Personen

Strafverfolgungsbeamte aus 47 Ländern nahmen an der "Operation Liberterra" teil und führten dabei rund 500.000 Kontrollen an diversen Hotspots durch. [Interpol]

Kriminelle Gruppen, die sich in Sachen Menschenhandel und -schmuggel verdingen, sind das Ziel einer mehrtägigen von Interpol koordinierten Operation geworden. Dabei wurden 286 Verdächtige weltweit festgenommen, teilte die internationale Kriminalpolizeiorganisation am Dienstag (27. Juli) mit.

Berichten zufolge nahmen Strafverfolgungsbeamte aus 47 Ländern an der „Operation Liberterra“ teil und führten dabei rund 500.000 Kontrollen an Grenzübergängen und Flughäfen sowie an weiteren, auf Basis von Geheimdienstinformationen und vorherigen Ermittlungen bekannten, „Hotspots“ durch.

Laut einer Pressemitteilung retteten die Behörden etwa 430 Opfer von Menschenhandel und konnten die Identitäten von rund 4.000 Migrant:innen aus 74 Ländern feststellen. Viele von ihnen benötigten medizinische und psychologische Hilfe sowie eine Unterkunft und wurden in die Obhut der jeweiligen lokalen Schutz- und Sicherheitsbehörden übergeben.

Weiter betonte Interpol, die Schmuggler hätten lediglich ihre Profitmaximierung im Sinn; die Sicherheit oder Gesundheit der Migrant:innen sei zweitrangig. In Kroatien und Nicaragua habe es beispielsweise tödliche Verkehrsunfälle gegeben, als Schmuggler versuchten, sich Straßenkontrollen zu entziehen. In Slowenien wurden Migrant:innen gezwungen, in transportierten Hundehütten zu reisen. In Griechenland berichteten mehrere Menschen, dass sie für eine vierstündige Autofahrt durch das Land jeweils bis zu 2.000 Euro zahlen mussten.

Oxfam und sieben weitere NGOs fordern grundlegenden Wandel in der EU-Asylpolitik

Die Hilfsorganisation Oxfam und sieben weitere Organisationen haben fünf Jahre nach dem Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei dieses als „gescheitert“ bezeichnet.

„Momentaufnahme der Lage“

Neben den Kontrollen an den Hotspots wurden 60 weitere grenzüberschreitende Ermittlungen durchgeführt. Am ersten Tag der Operation verhafteten die Behörden beispielsweise in Tansania einen Busfahrer, der eine Kiste mit 169 gefälschten Pässen aus der ugandischen Hauptstadt Kampala nach Daressalam in Tansania transportierte.

„Die Operation Liberterra ist eine fünftägige Momentaufnahme der weltweiten Lage im Bereich Menschenhandel und -schmuggel und zeigt, dass multinationale, bestens organisierte kriminelle Netzwerke dabei nur eines im Sinn haben: Profit,“ kommentierte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock. „Mit dieser Zerschlagung von 22 kriminellen Gruppen zeigt sich auch, was eine koordinierte, globale Strafverfolgung erreichen kann,“ so der deutsche Beamte weiter.

Die Operation wurde neben Interpol von einer Reihe von Partnern unterstützt, darunter der Internationalen Organisation für Migration, dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung und der europäischen Schwesterorganisation Europol.

[Hinweis: Dies ist eine bearbeitete und gekürzte Übersetzung. Den Originalartikel (auf Englisch) finden Sie hier. Bearbeitet von Tim Steins]

EU-Mission „Irini“ – Zahnloser Tiger statt mächtige Göttin

Die Begeisterung über die „Libyenkonferenz“ im Januar 2020 war groß. Zuversichtlich wurde eine neue europäische Marinemission vor der libyschen Küste in Aussicht gestellt: „Irini“.

The Capitals: Chaos in Afghanistan sorgt für neue Migrationssorgen in der EU

Heute u.a. mit dabei: Die Brüsseler Angst vor mehr Migration, die in der EU mit Spannung erwarteten Bundestagswahlen, und die Steuer gegen digitale Großkonzerne.

Mehr Sicherheit? EU-Rat beschließt Änderungen im Visa-System

Die Mitgliedsstaaten haben Änderungen am EU-Visasystem beschlossen. Diese sollen die Sicherheit im Schengenraum erhöhen, indem eine stärkere Überwachung von Kurzaufenthaltsvisa und längerfristigen Wohnsitzgenehmigungen vorgesehen wird.

Subscribe to our newsletters

Subscribe