Im Überblick: Die Ereignisse in der Golfregion

US Präsident Donald Trump legt sich mit dem Iran an. [Kevin Dietsch/ epa]

Was geschieht derzeit in der Golfregion? In den vergangenen Monaten wurde wiederholt klar, wie schnell die feindselige Rhetorik in eine handfeste Krise oder gar eine militärische Konfrontation umschlagen könnte. Eine Chronik der Ereignisse.

 

GEGENSEITIGE TERRORVORWÜRFE
Hauptkontrahenten sind die Führung in Teheran und US-Präsident Donald Trump, der im Mai 2018 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen war und neue Sanktionen verhängt hatte. Am 8. April 2019 erklärt Trump die iranischen Revolutionsgarden zur „Terrororganisation“. Diese kündigen an, alle US-Truppen in der Region als Terroristen zu betrachten.

WIRTSCHAFTLICHER DRUCK
Am 2. Mai beenden die USA die Ausnahmeregelungen, die es acht Ländern nach Verhängung der US-Sanktionen zunächst noch erlaubt hatten, iranisches Öl zu importieren. Am 9. Mai verschärft Trump die Sanktionen gegen Teheran weiter. Die iranische Führung drängt die Europäer, mehr zur Aufrechterhaltung des Handels zu tun, um ein Scheitern des Atomabkommens zu verhindern.

USA VERSTÄRKEN MILITÄRPRÄSENZ
Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton verkündet am 5. Mai die Entsendung des Flugzeugträgers „Abraham Lincoln“ in die Golfregion wegen einer angeblichen Bedrohung der US-Truppen durch den Iran und verbündete Milizen. Das Pentagon schickt später zudem B-52-Langstreckenbomber, Patriot-Flugabwehrraketen und hunderte weitere Soldaten in die Golfregion.

Iran: Europa ruft zur Mäßigung auf; USA mit neuen Sanktionen

Die EU hat eine „sofortige Deeskalation“ der Spannungen im Nahen Osten gefordert, nachdem die US-Regierung neue Sanktionen gegen den Iran ankündigte.

DAS ATOMABKOMMEN BRÖCKELT
Ein Jahr nach Trumps Austritt aus dem Atomabkommen kündigt Irans Präsident Hassan Ruhani am 8. Mai an, die Höchstgrenze von angereichertem Uran nicht länger einzuhalten. Zudem droht er mit weiteren Schritte, wenn die verbliebenen Vertragspartner Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China binnen 60 Tagen kein Entgegenkommen zeigen.

GEGENSEITIGE DROHUNGEN
Zwar beteuern US-Außenminister Mike Pompeo und Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei, sie wollten keinen Krieg. Trump twittert am 19. Mai jedoch: „Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein. Bedroht nie wieder die USA!“ Chamenei sagt am 13. Juni, er betrachte Trump „nicht als Person, die es verdient, mit ihm Botschaften auszutauschen“.

ANGRIFFE AUF TANKER
Die Vereinigten Arabischen Emirate melden am 12. Mai „Sabotageakte“ gegen vier Schiffe vor der Küste. Am 13. Juni gibt es mehrere Explosionen an Bord von zwei Tankern im Golf von Oman. Die USA machen die iranischen Revolutionsgarden für die Vorfälle verantwortlich, die die Spannungen in der Golfregion weiter anheizen. Der Iran bestreitet jede Verwicklung.

IRAN SCHIESST US-DROHNE AB
Die Revolutionsgarden schießen am 20. Juni eine US-Drohne über der Meerenge von Hormus ab, weil sie den iranischen Luftraum verletzt habe. Laut dem Pentagon war sie in internationalem Luftraum. Trump erklärt, einen Vergeltungsangriff in letzter Minute abgesagt zu haben, weil die erwartete Opferzahl auf iranischer Seite nicht verhältnismäßig gewesen wäre.

London kündigt weitere Maßnahmen gegen den Iran im Seerechts-Streit an

Der Streit um einen britischen Tanker, der mit einem iranischen Boot zusammengestoßen sollen sei, geht weiter. London zeigt sich um eine Lösung bemüht, kündigt gleichzeitig aber weitere Schritte an.

GROSSBRITANNIEN SETZT „GRACE 1“ FEST
Großbritannien beschlagnahmt am 4. Juli den mit iranischem Öl beladenen Tanker „Grace 1“ vor dem Überseegebiet Gibraltar unter dem Verdacht, im Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien liefern zu wollen. Die Revolutionsgarden warnen, London werde die Aktion „schwer bereuen“. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei kündigt eine Reaktion zu gegebener Zeit an.

NEUER VORFÄLLE IN STRASSE VON HORMUS
Großbritannien wirft den Revolutionsgarden am 11. Juli vor, einen britischen Tanker in der Straße von Hormus bedrängt zu haben. Eine Woche später verkündete der Iran, dort einen Tanker festgesetzt zu haben, der an „Ölschmuggel“ beteiligt gewesen sei. Wenig später erklärt Trump, ein US-Kriegsschiff habe in der Region eine iranische Drohne abgeschossen. Teheran
bestreitet den Vorfall.

ENTSENDUNG VON US-SOLDATEN NACH SAUDI-ARABIEN
Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren erklärt sich Saudi-Arabien bereit, die Stationierung von US-Truppen auf seinem Gebiet zuzulassen. Das mit Teheran verfeindete Königshaus in Riad teilt am 19. Juli mit, dass der Schritt der „Verteidigung der Sicherheit und der Stabilität in der Region“ diene.

IRAN SETZT BRITISCHEN TANKER FEST
Am 19. Juli beschlagnahmen die iranischen Revolutionsgarden den britischen Tanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus. Das Schiff hatte laut Teheran gegen „internationale Schifffahrtsregeln“ verstoßen. London warnt vor „ernsthaften Konsequenzen“. Bei einer Dringlichkeitssitzung berät das britische Kabinett am Montag über Sanktionen gegen den Iran.

 

Iran verstößt zum zweiten Mal gegen Atom-Deal

Der Iran hat die ihm zulässige Grenze angereicherten Urans überschritten. Damit verstößt das Land zum zweiten Mal gegen das Atom-Abkommen.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.