Hunderte Migranten an kroatischer Grenze abgewiesen

In der Region um Bihać leben tausende Geflüchtete in schlechten Bedingungen und hoffen, es über die Grenze nach Kroatien zu schaffen. [Ajdin Kamber/ Shutterstock]

Die bosnische Polizei hat an der Grenze zum EU-Mitgliedsland Kroatien hunderte Flüchtlinge teils gewaltsam zurückgewiesen.

Am Dienstag haben rund 250 Migranten versucht, die Grenze bei Maljevac „auf gewaltsame Weise“ zu überqueren, um in das EU-Territorium zu gelangen. Nach Polizeiangaben kam es dabei am Dienstag zu Rangeleien. Zuvor hatte die Polizei nahe Bihac etwa hundert Migranten vom illegalen Überqueren der Grenze abgehalten.

Am Grenzübergang Maljevac waren etwa hundert Polizisten stationiert. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Flüchtlingsgruppe sollte nach Polizeiangaben nach Bihac zurückgebracht werden, wo seit Monaten tausende Migranten ausharren.
Am Montag war eine andere Gruppe von etwa hundert Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, von Bihac aus zu Fuß in Richtung des rund 20 Kilometer entfernten Grenzübergangs in Izacic aufgebrochen.

Nachdem die Polizei die Migranten gestoppt hatte, verbrachten sie die Nacht zum Dienstag bei kühlen Temperaturen von fünf Grad am Rand einer Straße im Freien. Sie kehrten später mit Bussen in ihre Unterkunft in Bihac zurück.

Seit Beginn des Jahres steigt die Zahl der Flüchtlinge, die über Bosnien-Herzegowina in die EU gelangen wollen. Mehrere tausend Migranten befinden sich nach Behördenangaben derzeit in der Region um Bihac. Trotz finanzieller Hilfen der EU mangelt es in Bosnien-Herzegowina aber an Infrastruktur zur Versorgung der Zuwanderer.

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