„Herr Präsident, bereuen Sie Ihre Lügen dem amerikanischen Volk gegenüber?“

Wie die "Washington Post" berichtet, hat US-Präsident Donald Trump allein bis Mitte Juli 2020 rund 20.000 komplett falsche oder missverständliche Aussagen gemacht, ein Schnitt von zwölf falschen oder missverständlichen Aussagen pro Tag. [EPA-EFE/Stefani Reynolds / POOL]

US-Präsident Donald Trump gibt seit einiger Zeit wieder Pressekonferenzen. Kritische Fragen mag er immer noch nicht, wie ein aktueller Fall zeigt.

Dies ist ein Artikel von EURACTIVs Medienpartner Der Tagesspiegel.

Dass Donald Trump ein Problem mit kritischen Fragen von Journalisten und kritischen Medien im Allgemeinen hat, ist weithin bekannt. Ein weiteres Beispiel lieferte der US-Präsident am Donnerstag im Weißen Haus als ein Journalist der Online-Nachrichtenseite „HuffPost“ ihn fragte, ob er die Lügen in seiner Amtszeit bereue.

Wie die „Washington Post“ berichtet, hat Trump allein bis Mitte Juli 2020 rund 20.000 komplett falsche oder missverständliche Aussagen gemacht, ein Schnitt von zwölf falschen oder missverständlichen Aussagen pro Tag. Die Zeitung prüft seit Beginn der Amtszeit die Aussagen des Präsidenten auf ihren Wahrheitsgehalt.

Wörtlich fragte der HuffPost-Journalist S.V. Dáte: „Nach dreieinhalb Jahren, bereuen Sie es in irgendeiner Form, die Amerikaner in allem belogen zu haben, die ganzen Unaufrichtigkeiten?“

Trump fragt daraufhin zurück: „Wer hat gelogen?“ Der Reporter antwortet „Sie“. Dann bittet er einfach um die nächste Frage. Das Video wird bei Twitter derzeit zigfach geteilt.

Es ist durchaus ungewöhnlich, dass Reporter Trump so direkt angehen. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte das Weiße Haus einem CNN-Reporter die Akkreditierung entzogen, weil dieser sich ein Wortgefecht mit Trump geliefert hatte. Der Fall sorgte damals für Empörung.

Dáte hat ausführlich über Trumps Strategie berichtet, Lügen als politisches Mittel einzusetzen und wie das die US-Demokratie beschädigt.

Trump ist in den Umfragen hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden abgeschlagen, sein Wahlkampf läuft schleppend. Vor allem sein Umgang mit der Coronavirus-Pandemie sorgt bei vielen Amerikanern für Kritik.

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