Helfer retten hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer

Das Schiff "Ocean Viking" rettet MigrantInnen in Seenot. [FRANCESCO RUTA/EPA]

Private Hilfsschiffe haben binnen weniger Tage hunderte Menschen von überfüllten Flüchtlingsbooten im Mittelmeer gerettet.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch nahm nach eigenen Angaben bis Samstagabend bei mehreren Rettungsaktionen insgesamt  455 Menschen an Bord. Das Schiff „Ocean Viking“ der Organisation SOS Méditerranée brachte am Samstag 236 Flüchtlinge nach Sizilien.

Die Flüchtlinge an Bord der „Ocean Viking“, die Hälfte davon unbegleitete Minderjährige, gingen im Hafen von Augusta an Land. Sie waren am vergangenen Dienstag aus zwei überfüllten Schlauchbooten im zentralen Mittelmeer gerettet worden.

Regierungsbildung endgültig gescheitert: Neuwahlen in Bulgarien

Die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) wird das Mandat für die Bildung einer Regierung zurückgeben. Es war der dritte – und letzte – Versuch, nach den Parlamentswahlen vom 4. April eine Regierung zu bilden.

Fünf Tage zuvor hatte das Rettungsschiff vor Libyen stundenlang bei schlechtem Wetter nach einem sinkenden Boot mit 130 Flüchtlingen an Bord gesucht, zu dem es einen Notruf gegeben hatte. Schließlich fand die Besatzung nur noch ein zerborstenes Schlauchboot und zahlreiche im Wasser treibende Tote.

„Die Überlebenden, die wir heute an Land bringen können, sind erleichtert, endlich an einen sicheren Ort zu kommen“, erklärte die Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland, Verena Papke. „Doch bei den Retterinnen und Rettern hinterlässt das dramatische Erlebnis des Schiffbruchs mit 130 Toten in der vergangenen Woche Trauer und Bitterkeit.“

Die „Ocean Viking“-Besatzungsmitglieder hätten „das dringende Bedürfnis, Europas Öffentlichkeit über die schockierende Realität, die sie im Mittelmeer erlebt haben, aufzuklären“, erklärte Papke. Schuld an der Lage sei die „EU-Abschottungspolitik“.

Europa und der Kampf um die Pressefreiheit

Die Pressefreiheit gehört zu den demokratischen Grundwerten der EU. In manchen Mitgliedsländern aber ist sie zunehmend gefährdet. Darunter in Slowenien, wo Journalisten beleidigt und bedroht werden. Was kann Europa tun?

„In Libyen internierte, gefolterte und ausgebeutete Menschen haben keine andere Wahl, als die gefährliche Flucht über das Mittelmeer zu riskieren“, hob Papke hervor. Diese Zustände in Libyen seien „den politisch Verantwortlichen in der EU wohlbekannt“. Dennoch entschieden sie sich bewusst dafür, nicht selbst zu retten, sondern dafür Libyens Küstenwache zu finanzieren. Auf diese Weise halte die EU „den Kreislauf der Gewalt und Menschenrechtsverletzungen
aufrecht“.

Papke kritisierte, dass sich die Seebehörden in Libyen und den EU-Mittelmeerländern Italien und Malta zugleich weigerten, die Einsätze von zivilen Rettungsschiffen wie der „Ocean Viking“ zu koordinieren und sie mit Informationen zu versorgen. Dies sei „zutiefst menschenverachtend“.

Die deutsche Organisation Sea-Watch rettete derweil am Samstag bei der sechsten Rettungsaktion in gut zwei Tagen 51 Menschen von einem Holzboot. Nun werde dringend ein sicherer Hafen für die 455 Menschen der „Sea-Watch 4“ gesucht, schrieb die Organisation auf Twitter.

"Keine gemeinsame Basis" für Zypern-Gespräche

Bei dem inoffiziellen Fünfer-Treffen in Genf konnte keine gemeinsame Basis gefunden werden, um die Verhandlungen über die Zypernfrage wieder aufzunehmen.

Nach offiziellen Zahlen starben im vergangenen Jahr mehr als 1200 Menschen bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Subscribe to our newsletters

Subscribe