Heftige Raketenbeschüsse zwischen Israel und Gaza

Ein Raketeneinschlag im Innenministerium der Hamas in Gaza in der gestrigen Nacht. [Mohammed Saber/ epa]

Wieder kommt es zu Raketenbeschüssen zwischen dem Gaza-Streifen und Israel, wieder gibt es Todesopfer auf beiden Seiten. Auslöser war wohl ein Einsatz israelischer Spezialkräfte im Gazastreifen gewesen, bei dem acht Menschen gestorben waren.

Nach einem Einsatz israelischer Spezialkräfte im Gazastreifen ist die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern erneut eskaliert. Bei Luftangriffen der israelischen Armee seien drei Palästinenser getötet worden, teilte am Montag das Gesundheitsministerium im Gazastreifen mit. Israels Militär meldete unterdessen 200 Raketen und Granaten, die aus der palästinensischen Enklave auf israelisches Gebiet gefeuert worden seien. Dabei wurde demnach auch ein Reisebus getroffen, ein 19-jähriger Israeli wurde nach Angaben von Ärzten schwer verletzt und schwebte in Lebensgefahr.

Die israelische Armee erklärte, sie fliege Luftangriffe „im ganzen Gazastreifen“. Mehr als 20 Stellungen der im Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas und der Palästinensergruppe Islamischer Dschihad seien getroffen worden.

Seitens der militanten Volksfront zur Befreiung Palästinas hieß es, bei zwei der getöteten Palästinenser handele sich um ihre Kämpfer. Ein drittes Opfer gab es im Norden des Gazastreifens. Das Gesundheitsministerium meldete zudem neun Verletzte. Der militärische Arm der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas bekannte sich dazu, Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert zu haben.

Die erneute Gewalteskalation war vom Einsatz israelischer Spezialkräfte im Gazastreifen ausgelöst worden. Dabei starben sieben Palästinenser und ein israelischer Offizier. Die israelische Armee teilte mit, der Einsatz der Spezialkräfte sei nicht wie geplant verlaufen. Bei einem „Schusswechsel“ im Süden des Gazastreifens nahe der Stadt Chan Junis sei ein Oberstleutnant getötet und ein weiterer Offizier leicht verletzt worden.

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Eine Bodenoperation israelischer Soldaten im Gazastreifen ist ein relativ seltener Vorgang. Der israelischen Armee zufolge nahmen die Soldaten an einer „Geheimdienstoperation“ teil. Die Streitkräfte bestritten zugleich Angaben der Hamas, wonach bei dem Einsatz Palästinenser ermordet oder gefangengenommen werden sollten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beendete am Sonntag vorzeitig einen Besuch in Paris. Am Montag rief er das Sicherheitskabinett zu einer Sitzung zusammen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief am Montag in New York nach Angaben eines Sprechers alle Beteiligten zu äußerster Zurückhaltung aller Parteien im Konflikt auf.

Seit rund einem halben Jahr gibt es verstärkte Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen. An der Grenze kommt es seit Ende März immer wieder zu anti-israelischen Protesten, die meist in Zusammenstöße mit Soldaten münden. Dabei wurden seither mindestens 231 Palästinenser getötet. Mit dem Gefecht vom Sonntag stieg die Zahl der getöteten israelischen Soldaten auf zwei.

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