Güterzüge aus der Ukraine überrollen slowakischen Zoll

Der Stau auf den Gleisen wird durch den Mangel an Güterwagen auf der slowakischen Seite verursacht, erklärte Verkehrsminister Andrej Doležal der Partei Sme Rodina ("Wir sind Familie"). [Shutterstock/Oscity]

Der slowakische Zoll ist derzeit mit der Zunahme von Warentransporten über die ukrainische Grenze überfordert, da die Ukraine aufgrund der russischen Hafenblockade gezwungen ist, ihre Waren per Bahn zu liefern.

Güterzüge steckten an den Grenzen fest, da Frachtunternehmen durch Betriebsbeschränkungen an den Grenzübergängen eingeschränkt werden. Der Stau auf den Gleisen wird durch den Mangel an Güterwagen auf der slowakischen Seite verursacht, erklärte Verkehrsminister Andrej Doležal der Partei Sme Rodina („Wir sind Familie“).

„In Friedenszeiten ist es so, dass ein slowakischer Gütertransporteur an der Grenze ankommt und genügend Waggons bereithält, um die Waren aus dem ukrainischen Zug zu übernehmen. In Kriegszeiten geschieht dies auf chaotische und unkontrollierte Weise, sodass sich die Züge natürlich stauen. Die Hauptursache ist der Mangel an Waggons“, so Doležal.

Die Ukraine und die Slowakei verwenden unterschiedliche Schienentypen, weshalb die Güter umgeladen werden müssen.

Das Ministerium ergreift jedoch bereits Maßnahmen, um den Prozess zu vereinfachen, indem beispielsweise mehr Waggons zur Verfügung gestellt und die Arbeitszeiten im Zollamt verlängert werden, so Doležal.

Der slowakische Verband der Eisenbahnverkehrsunternehmen hat weitere Maßnahmen gefordert, wie die schnellstmögliche Verstärkung der Polizei- und Zollbeamten und die Verkürzung der Kontrollzeiten von Waggons.

Laut Doležal ist die Umstellung des Exports von Gütern wie Weizen, Getreide, Mais oder Sojabohnen vom Seeweg auf die Schiene eine „enorm schwierige Aufgabe“. Die Situation habe sich durch die Zerstörung eines großen Teils der ukrainischen Eisenbahninfrastruktur noch verschärft, fügte er hinzu.

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