Großbritannien will 441 Millionen Euro bei Corona-Geberkonferenz zusagen

Premierminsiter Boris Johnson mit Grußkarten, die er während seiner COVID-19-Erkrankung erhielt. [Andrew Parsons/n10 Downing street/EPA]

Bei der von der EU-Kommission ausgerichteten internationalen Online-Geberkonferenz für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus will Großbritannien 388 Millionen Pfund (441 Millionen Euro) bereitstellen.

Die Summe soll in die Suche nach einem Impfstoff sowie Corona-Tests und -Therapien fließen, wie das Büro von Premierminister Boris Johnson am Sonntag in London mitteilte.

Der Regierungschef, der selbst wegen einer Covid-19-Erkrankung mehrere Tage lang auf der Intensivstation behandelt werden musste, nannte die Suche nach einem Mittel gegen die Krankheit „das dringlichste gemeinsame Bestreben zu unseren Lebzeiten“. Mit mehr als 28.000 Todesfällen gehört Großbritannien zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern weltweit.

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Am 23. Juni jährt sich die Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die EU zu verlassen, zum vierten Mal. Die schwierigen Gespräche über die künftigen Beziehungen zeigen derweil, wie wenig sich in diesen vier Jahren geändert hat.

In einem vorab von seinem Büro veröffentlichten Auszug seiner Rede bei der Geberkonferenz mahnt Johnson: „Um diesen Kampf zu gewinnen, müssen wir zusammen daran arbeiten, einen unüberwindlichen Schild um unsere Menschen zu errichten“. Dies könne nur gelingen mit „der Entwicklung und Massenproduktion eines Impfstoffs“. „Je mehr wir an einem Strang ziehen und unsere Expertise teilen, desto schneller werden unsere Wissenschaftler Erfolg haben“, will Johnson an die Konferenzteilnehmer appellieren.

Die EU-Kommission hat das Ziel ausgegeben, bei der Geberkonferenz 7,5 Milliarden Euro für einen Corona-Impfstoff und Behandlungsmethoden zusammenzubekommen. Die Schirmherrschaft über die Initiative haben neben den EU-Institutionen auch Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Saudi-Arabien übernommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte vorab an, Deutschland werde sich „mit einem deutlichen finanziellen Beitrag“ an der Impfstoff-Suche beteiligen.

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