Großbritannien warnt EU vor Exportstopp für Corona-Vakzine von Astrazeneca

Premierminister Boris Johnson beim UN-Sicherheitsrat. [HOLLIE ADAMS / POOL / EPA]

Die britische Regierung hat die EU vor einem Exportverbot für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca gewarnt.

Ein Ausfuhrverbot für in der EU produziertes Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers wäre „kontraproduktiv“, da die Produktion von Impfstoffen nur über Zusammenarbeit gelinge, sagte Verteidigungsminister Ben Wallace am Sonntag dem Sender Sky News. Wallace warnte Brüssel in diesem Zusammenhang auch vor einem weltweiten Imageverlust.

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„Wenn Verträge und Verpflichtungen gebrochen werden, dann ist dies eine sehr schädliche Sache für einen Handelsblock, der stolz ist auf Rechtsstaatlichkeit“, sagte Wallace. Ein Exportstopp für Impfstoffe würde die Möglichkeiten für die europäische Impfkampagne schmälern, zudem seien andere Staaten weltweit von Einschränkungen betroffen. Dies würde einen „Reputationsschaden“ der EU nach sich ziehen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuvor Astrazeneca mit einem Exportverbot gedroht, sollte der Pharmakonzern nicht zuerst seine vertraglichen Lieferpflichten gegenüber der EU erfüllen. „Wir haben die Möglichkeit, einen geplanten Export zu verbieten“, sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Wochenende.

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Die Impfungen mit dem Präparat sollen noch im Laufe des Freitags fortgesetzt werden – allerdings mit Warnhinweisen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ankündigte.

„Das ist die Botschaft an Astrazeneca: Du erfüllst erst deinen Vertrag gegenüber Europa, bevor du beginnst, in andere Länder zu liefern.“ Die Kommissionspräsidentin warf dem Unternehmen vor, im ersten Quartal nur 30 Prozent der vereinbarten Menge an die EU geliefert zu haben.

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