Griechenland verteidigt Einsatz von Schall-Kanonen gegen Migranten

"Was die Polizei tut, muss sie auf ihre Weise tun", sagte Migrationsminister Notis Mitarachi am Mittwoch bei einem Besuch in Brüssel. [JOHN THYS]

Griechenland hat den Einsatz von Schall-Kanonen gegen Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei verteidigt. „Was die Polizei tut, muss sie auf ihre Weise tun“, sagte Migrationsminister Notis Mitarachi am Mittwoch (9. Juni) bei einem Besuch in Brüssel.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson nannte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz die Nutzung der Lärm-Kanonen dagegen „eine merkwürdige Art, seine Grenzen zu schützen“.

Die EU-Kommission hatte Athen bereits Anfang des Monats um Aufklärung gebeten, nachdem die griechische Regierung ihre Pläne bekanntgegeben hatte. Die Kanonen sind auf zwei Lastwagen montiert, um Migranten mit lauten Schallwellen zu beschießen und Überquerungen des Flusses Evros an der Grenze zur Türkei zu verhindern. Sie erreichen bis zu 162 Dezibel, was ein Drittel lauter ist als das Dröhnen eines Düsentriebwerks.

„Das ist nichts, was von der Europäischen Kommission finanziert wurde“, sagte Innenkommissarin Johansson, deren Behörde Griechenland ansonsten bei der Grenzsicherung unterstützt. „Und ich hoffe, dass dies im Einklang mit den Grundrechten steht.“ Dies müsse nun geklärt werden.

Menschenrechtsgruppen haben die Geräte als gefährlich angeprangert. „Ihre starken Schallwellen können erhebliche Schmerzen und Schocks im menschlichen Körper verursachen“, erklärte die in der Schweiz ansässige Organisation Euro-Mediterranean Human Rights Monitor. Die Folgen ihres Einsatzes könnten „von ernsthaften Gesundheitsproblemen und starken Schmerzen bis hin zur Taubheit reichen“.

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