Gespräche zwischen Serbien und Kosovo enden ohne Fortschritt

Die Vertreter Serbiens und des Kosovo sind nach ihren Gesprächen in Brüssel über eine politische Annäherung ohne Fortschritte auseinandergegangen. [MARTIN DIVISEK]

Die Vertreter Serbiens und des Kosovo sind nach ihren Gesprächen in Brüssel über eine politische Annäherung ohne Fortschritte auseinandergegangen. Beide Seiten hätten jedoch einem weiteren Treffen „vor Ende Juli“ zugestimmt, sagte der Westbalkan-Beauftragte der EU, Miroslav Lajcak, am Dienstag (15. Juni). „Es war kein einfaches Treffen, aber es war wichtig, dass es stattfand.“ Die Gespräche fanden unter Vermittlung der EU statt.

Zuletzt hatten sich Vertreter der beiden Balkanstaaten im Juli vergangenen Jahres getroffen. Mehr als 20 Jahre nach dem Kosovo-Krieg ist eine Lösung eines der schwierigsten Konflikte Europas noch immer nicht in Sicht. Das Kosovo hatte sich 2008 von Serbien losgesagt. Die Regierung in Belgrad erkennt die Unabhängigkeit bis heute nicht an und betrachtet das Kosovo als abtrünnige Provinz.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic warf dem kosovarischen Regierungschef Albin Kurti vor, dieser habe die Anerkennung des Kosovo „gefordert“ und sich geweigert, über das Brüsseler Abkommen zu sprechen. Das 2013 unterzeichnete Abkommen sieht die Gründung eines Verbandes aus zehn Gemeinden im Kosovo vor, wo überwiegend Serben leben. Das Vorhaben wurde jedoch nie umgesetzt.

„Ich habe noch nie in meinem Leben an so einem Treffen teilgenommen. Ein kompletter Mangel an Verantwortungsbewusstsein“, sagte Vucic im Fernsehen. „Der Mann (Kurti) kam zu mir und fragte mich, wann werden Sie die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen. Ich sagte ihm, niemals, und er ging in die Luft.“

Kurti sprach hingegen von „konstruktiven“ Gesprächen. „Wir werden uns an diesem schwierigen Prozess beteiligen“, sagte er kosovarischen Medien. „Die serbische Seite hat über alte Vorschläge gesprochen, wir haben vier neue Vorschläge eingebracht, die von der serbischen Seite abgelehnt wurden.“

Das Treffen war das erste seit dem Amtsantritt des neuen kosovarischen Ministerpräsidenten Kurti. Der Links-Nationalist hatte nach dem Wahlsieg seiner Partei im Februar angekündigt, eine neue Richtung in den Gesprächen mit Serbiens Präsident Vucic einschlagen zu wollen.

Die EU und die USA haben die beiden Länder seit dem Regierungswechsel im Kosovo zu einer Wiederaufnahme der Gespräche gedrängt. „Es gibt einen neuen Schwung, und den müssen wir nutzen“, hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell vor dem Termin erklärt.

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