Gemeinsam nach Rom: Annäherungsgeste zwischen Skopje und Sofia

Mittelalterliche Brückenbauer: Zumindest auf die Ehrung Kyrills und Methods können sich die Führungen in Skopje und Sofia einigen. [vlas2000 / Shutterstock]

Die Präsidenten Bulgariens und Nordmazedoniens, Rumen Radew und Stevo Pendarovski, werden in der kommenden Woche gemeinsam nach Rom reisen, um dort die Geistlichen Kyrill und Method zu würdigen, die als Erfinder des slawischen glagolitischen Alphabets gelten.

Radew und Pendarovski werden sich in Skopje treffen und dann gemeinsam nach Rom reisen, wo sie Blumen in der Basilika Santa Maria Maggiore niederlegen werden. Dort hatte Papst Adrian II. im 9. Jahrhundert das Alphabet und die von Kyrill und Method geschriebenen Bücher gesegnet.

Die Reise wird als symbolische Geste der Versöhnung inmitten der Spannungen zwischen Sofia und Skopje gesehen, nachdem Bulgarien sein Veto gegen den Beginn der EU-Beitrittsgespräche Nordmazedoniens Ende 2020 eingelegt hatte. Es folgten diverse Scharmützel sowie eine größer angelegte anti-bulgarische Kampagne seitens Nordmazedoniens. Unter anderem bleibt die Arbeit der bilateralen Kommission für historische Fragen weiterhin blockiert.

In Bulgarien regiert nach der gescheiterten Regierungsbildung aktuell eine Interimsführung. Diese hatte umgehend nach Amtsantritt mitteilen lassen, man werde die bisherige Linie gegenüber Nordmazedonien nicht ändern.

Der nun angekündigte Trip nach Rom ist der erste gemeinsame Besuch dieser Art seit 2019, als bulgarische und mazedonische Delegationen ebenfalls die beiden Geistlichen in der italienischen Hauptstadt ehrten. Im Jahr 2018 waren auch der damalige bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow und sein Amtskollege Zoran Zaev zusammengekommen, um den Gedenktag gemeinsam zu begehen.

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Ihr Land könne dem Beschluss nicht zustimmen, weil er „bulgarische Forderungen nicht berücksichtigt“, sagte Bulgariens Außenministerin. Die Bundesregierung hielt dennoch an ihrem Plan fest, den Start der Gespräche noch bis Ende des Jahres zu ermöglichen.

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„Wir haben gezeigt, wie sehr wir an die europäischen Werte glauben“, sagte der 46-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Skopje. „Und jetzt, wo Europa seine Werte zeigen sollte, waren sie nicht da.“

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