Gazprom versichert: Nord Stream 2 kein Problem für die Slowakei

Laut dem slowakischen Wirtschaftsministerium ist die nun gegebene Zusicherung von Gazprom, den Transit von russischem Gas durch die Ukraine fortzusetzen, eine positive Nachricht für die Slowakei. [EPA-EFE/MAXIM SHIPENKOV]

Die Slowakei habe einen „festen Platz“ in den Strategieplanungen Gazproms. Das bekräftigte der Vorstandsvorsitzende des staatlichen russischen Erdgasmonopols, Alexej Miller, bei einem Treffen mit dem slowakischen Wirtschaftsminister Richard Sulík und Außenminister Ivan Korčok am Freitag in St. Petersburg.

Miller habe „ausführlich“ die Gründe für den Bau von Nord Stream 2 „als Alternative zu Jamal Europa 1 und Jamal Europa 2, die durch Polen verlaufen, dargelegt“, sagte Sulík. Gleichzeitig habe Russland aber auch einen neuen Gastransitvertrag mit der Ukraine bis zum Jahr 2024 abgeschlossen.

Trotz Nawalny: Bundesregierung hält an Nord Stream 2 fest

Die deutsche Bundesregierung hat mitgeteilt, man werde Nord Stream 2 nicht aufgeben – trotz der US-Sanktionen und der Forderungen des Europäischen Parlaments, aufgrund des Falls Nawalny Sanktionen gegen das von Russland unterstützte Gaspipeline-Projekt zu verhängen.

Mit Nord Stream 2 soll mehr russisches Gas direkt nach Deutschland fließen. Befürworter argumentieren, die Pipeline sei eine Investition, die für die Versorgungssicherheit Europas entscheidend ist, während Gegner das Projekt aus ökologischen, geopolitischen und sicherheitspolitischen Gründen kritisieren.

Eine Befürchtung letzterer: Wenn Nord Stream 2 fertiggestellt und der Transit somit (teilweise) von der Ukraine weggeleitet wird, könnten die verfügbaren Kapazitäten im Grenzgebiet zwischen der Ukraine und den benachbarten EU-Staaten schrumpfen. Damit wären dann auch die Möglichkeiten einiger europäischer Unternehmen eingeschränkt, Gas aus der Ukraine zu importieren und zu speichern.

Laut dem slowakischen Wirtschaftsministerium ist die nun gegebene Zusicherung von Gazprom, den Transit von russischem Gas durch die Ukraine fortzusetzen, eine positive Nachricht für die Slowakei.

„Nach diesem Gespräch mit dem Chef von Gazprom ist klar, dass die Gaspipeline Nord Stream 2 keine Frage des Ob mehr ist, sondern dass ihr Bau bald abgeschlossen und das Projekt in Betrieb genommen wird. In diesem Zusammenhang betonten wir die Erwartung, dass Nord Stream 2 die vertraglichen Verpflichtungen bei der Lieferung von Gas in die Slowakei nicht berührt und dass der Transit unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur gewährleistet wird. Miller versicherte, dass Gazprom nach wie vor an einer weiteren Zusammenarbeit mit der Slowakei interessiert ist,“ teilte Minister Korčok per Facebook mit.

„In Bezug auf die gegenseitige Handelsbilanz ist Russland seit langem unser neuntwichtigster Partner,“ erinnerte er.

US-Regierung bestätigt Verzicht auf Sanktionen gegen Betreiber von Nord Stream 2

Die US-Regierung verzichtet offiziell auf Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und deren deutschen Geschäftsführer.

The Capitals: Nord Stream 2 braucht eine "europäische Perspektive"

Heute u.a. mit dabei: Weiterhin Debatte um Nord Stream 2, Wiederaufnahme der Impfungen mit dem Astrazeneca-Stoff, und erneute Lockdowns in einigen EU-Ländern.

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