„Freedom Day“? EU-Impfzertifikate werden in England noch nicht anerkannt

In England werden die Einreisebestimmungen deutlich gelockert - "vorausgesetzt, die Reisenden sind im Rahmen des britischen Impfprogramms vollständig geimpft", heißt es auf der Website der Regierung. [Shutterstock/Viacheslav Lopatin]

In England werden die Anti-COVID-Maßnahmen am heutigen Montag – der daher zum „Freedom Day“ ausgerufen wurde – weitestgehend aufgehoben. Für EU-Bürger:innen, die ungehindert in das Land reisen wollen, gibt es aber immer noch keine derartige Freiheit, da London die COVID-Impfzertifikate der EU bisher nicht anerkennt.

Als Teil der Lockerung der Restriktionen im Land besteht ab dem heutigen Montag (19. Juli) um 4 Uhr morgens nicht mehr die Notwendigkeit, bei der Ankunft in England zehn Tage lang in Quarantäne zu bleiben oder am achten Tag einen COVID-19-Test zu machen – „vorausgesetzt, die Reisenden sind im Rahmen des britischen Impfprogramms vollständig geimpft“, heißt es auf der Website der Regierung.

Allerdings gibt es keine solchen Lockerungen für Personen, die anderswo geimpft worden sind: EU- und auch britische Staatsbürger:innen, die im Ausland leben, können also weiterhin nicht komplett frei zwischen dem Block und seinem ehemaligen Mitglied reisen.

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Auf die Frage nach den jüngsten Fortschritten bei der Anerkennung des digitalen COVID-Zertifikats der EU sagte eine Sprecherin der EU-Kommission gegenüber EURACTIV.com, es gebe derzeit Gespräche „auf technischer Ebene“ mit dem Vereinigten Königreich, die „gut vorankommen und in die richtige Richtung gehen“.

„Es versteht sich von selbst, dass wir, wenn es um die Anerkennung von britischen Zertifikaten in der EU geht, dasselbe von der britischen Seite für EU-Bürger, die nach Großbritannien reisen, erwarten,“ sagte sie weiter. Dies dürfte nach Ansicht Brüssels auch problemlos machbar sein, da der Aufbau der EU- und der britischen Nachweissysteme „technisch gesehen aufeinander abgestimmt“ seien. Insgesamt gebe es auf beiden Seiten „guten Willen“, die jeweiligen Zertifikate gegenseitig anzuerkennen.

Trotz der sich rasch nähernden Sommer-Touristensaison gebe es aber derzeit „keinen konkreten Zeitrahmen“ für die Anerkennung, räumte die EU-Sprecherin ein.

Auf Nachfrage bei der britischen Seite vermied ein Sprecher des Gesundheits- und Sozialministeriums einen direkten Kommentar. Er erklärte leidglich, „dass die Gewährleistung eines sicheren und offenen Reiseverkehrs mit unseren globalen Partnern eine klare Priorität ist“.

Weiter hieß es aus London: „Wir arbeiten mit internationalen Partnern an der Zertifizierung, um sicherzustellen, dass Reisen für geimpfte Personen in Zukunft ungehindert möglich sind.“

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