Frauen in der Friedens- und Sicherheitspolitik: „Was können wir besser machen?“

Anita Bhatia, stellvertretende Exekutivdirektorin für UN-Koordinierung, Valeria Valente, Vorsitzende des italienischen parlamentarischen Untersuchungsausschusses für Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt, Geraldina Corona, italienische Carabinieri-Leiterin, Abteilungsleiterin im Büro für technologische Entwicklung der Carabinieri und Shahira Amin, während einer Podiumsdiskussion auf dem "W20-Gipfel in Rom" in Rom, Italien, 15. Juli 2021. (EPA-EFE/FABIO FRUSTACI)

Vor fast 21 Jahren hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolution 1325 über Frauen, Frieden und Sicherheit verabschiedet. Aus Sicht von wichtigen Entscheidungsträgerinnen aus EU, Vereinten Nationen und NATO bleiben für eine gleichberechtigte Vertretung jedoch noch viele Jahre Arbeit.

Weibliche Führungskräfte im Bereich der internationalen Sicherheit haben am Mittwoch (22. September) in Zusammenarbeit mit dem European Policy Centre (EPC) ein Webinar veranstaltet. Das Thema der Debatte war simpel: „Was können wir besser machen?“

Die Resolution 1325 beruht auf drei Grundsätzen: Schutz, Prävention und Beteiligung. Aus Sicht von Alia El-Yassir, der Regionaldirektorin von UN Women für Europa und Zentralasien, ist die Beteiligung aktuell die wichtigste Komponente.

Ohne diese, so erklärte sie, könnten die Staats- und Regierungschefs nicht sicherstellen, dass „die Bedürfnisse und Interessen der Frauen“ in den Schutz- und Verteidigungsplänen „umfassend berücksichtigt“ würden.

El-Yassir sagte, das Thema Feminismus sei in den letzten Jahren wieder in den Vordergrund gerückt, und wies darauf hin, dass der derzeitige UN-Generalsekretär António Guterres sich selbst als Feminist bezeichne.

„Es gibt einen Unterschied zwischen feministischer und weiblicher Außenpolitik“, sagte El-Yassir.

„Wenn man die einzige Person mit dieser [feministischen] Stimme ist, fühlt man sich in der Minderheit“, sagte sie und betonte die Bedeutung von hochrangigen Führungspersönlichkeiten wie Guterres, die sich offen äußern.

Dennoch, so die Rednerinnen, bleibt noch ein langer Weg. Oberstleutnantin Diana Morais, Vorsitzende des NATO-Ausschusses für Geschlechterperspektive, sagte, Frauen seien im gesamten Militär noch immer unterrepräsentiert. Das Militär sei nach wie vor eine „sehr hierarchische Einrichtung“.

El-Yassir fügte hinzu, dass noch nie eine Frau Kommandantin oder stellvertretende Kommandantin einer EU-Militärmission gewesen sei. Den Daten und der aktuellen Entwicklung zufolge ist die EU 325 Jahre von einer „gleichberechtigten Vertretung“ entfernt, während es bei der NATO 465 Jahre sind.

Aber abgesehen von den Statistiken sei es „unglaublich wichtig, in Menschen zu investieren“, sagte El-Yassir.

Weibliche Führungskräfte sind sich einig, dass die Einbeziehung von Frauen in Friedens- und Sicherheitsgespräche zu integrativeren, konkreteren Plänen führt.

Und die Anstrengungen zur Gleichstellung der Geschlechter „können und sollten sowohl von Männern als auch von Frauen unternommen werden“, fügte Charlotte Isaksson, leitende Beraterin für Gleichstellungsfragen beim Europäischen Auswärtigen Dienst, hinzu.

Die drei Frauen betonten, dass die Diskussionen über Chancengleichheit fortgesetzt werden müssten, weil die großen Organisationen noch weit von ihren ursprünglichen Gleichstellungszielen entfernt seien.

„Wenn Menschen andere Planeten besuchen können, wie Menschen mit Geld es gerade tun, dann können wir auch eine Gleichstellung aller Geschlechter erreichen“, sagte Isaksson.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

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