Französische Fischer kündigen Blockade von Güterverkehr durch den Eurotunnel an

Der Fischereistreit zwischen Frankreich und Großbritannien kocht wieder hoch, eine Blockade von Fracht auf die Insel ist angekündigt. EPA-EFE/YOAN VALAT

Der britisch-französische Streit um Fischereilizenzen kocht wieder hoch. Der französische Fischereiverband kündigte für Freitag eine Blockade des Güterverkehrs durch den Eurotunnel nach Großbritannien an.

Zudem sei geplant, Fähren am Anlegen in den französischen Häfen am Ärmelkanal zu hindern. Das sei ein „Warnschuss“, erklärte der Verband am Donnerstag.

Die Fischer wollen „für einige Stunden“ das Frachtterminal des Eurotunnels auf französischer Seite blockieren. Fähren, die in die Häfen Saint-Malo, Ouistreham und Calais einlaufen wollen, würden ebenfalls gestoppt.

Der Verbandsvorsitzende Gérard Romiti sagte: „Wir wollen keine Almosen, wir wollen einfach unsere Lizenzen.“

Die britische Regierung reagierte „enttäuscht“ auf die „Drohungen“. Ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson rief Frankreich auf, „dafür zu sorgen, dass es keine illegalen Aktionen gibt und dass der Handel nicht beeinträchtigt wird“.

Frankreich hatte zuletzt versprochen, sich für seine Fischer einzusetzen.

Die Ministerin für Meeresangelegenheiten, Annick Girardin, erklärte Fischer:innen während einer Reise nach Nordfrankreich, dass die Exekutive im Streit um die Fanglizenzen mit der britischen Regierung „auf keinen Fall aufgeben“ werde.

Einige Tage zuvor hatte Girardin „Flottenausstiegspläne“ angekündigt, um französische Schiffe zu entschädigen, die keine Lizenzen für die Fahrt in britischen Gewässern erhalten konnten.

Sie sagte, dass „ein Betrag von 40 bis 60 Millionen Euro“ „auf den Tisch gelegt“ werden könnte. Doch diese Ankündigung rief Kritik hervor, dass die Regierung nicht für ihre Fischer:innen eintrete.

„Die britische Interpretation unserer Lizenzen ist inakzeptabel und spiegelt nicht den guten Willen Frankreichs wider“, sagte Girardin und fügte hinzu, dass „80% der Lizenzen“ beigelegt wurden. „Aber ich habe immer gesagt, dass man niemanden außen vor lassen darf“, betonte sie.

Auch Außenminister Jean-Yves Le Drian versprach am Sonntag (21. November) für „eine Lizenz nach der anderen, ein Boot nach dem anderen“ zu kämpfen.

„Dies ist ein Test des Vereinigten Königreichs gegenüber der EU, und die EU muss die Einhaltung des Abkommens verlangen“, sagte er und fügte hinzu, dass „wenn sie sich nicht daran halten, werden Verfahren folgen“.

In dem Konflikt geht es um ständige Lizenzen für französische Fischerboote. Nach dem Brexit-Abkommen dürfen französische Fischer in britischen Gewässern weiter ihrer Arbeit nachgehen, wenn sie vorher schon dort gefischt haben.

Frankreich und Großbritannien sind sich jedoch nicht darüber einig, wie dies nachzuweisen ist. Es geht um 150 bis 200 Lizenzen.

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