Französische Entwicklungshilfe startet durch

Rémy Rioux - Leiter der französischen Entwicklungsagentur. [AFD]

Die französische Entwicklungsagentur hat im Jahr 2017 mehr als 10 Milliarden Euro in Entwicklungsprojekte investiert, was einer Steigerung von 11 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Der Anteil der Zuschüsse für solche Projekte ist in der Bilanz der Förderbank jedoch nach wie vor relativ gering. EURACTIV Frankreich berichtet.

Mit dieser Steigerung um 11 Prozent konnte die Agence française de développement (AFD) im Jahr 2017 insgesamt 752 neue Projekte finanzieren, 77 mehr als im Jahr zuvor.

„Seit meiner Berufung an die Spitze der französischen Entwicklungsagentur vor zwei Jahren sind die Engagements um 25 Prozent gestiegen,“ erklärte Rémy Rioux, Generaldirektor der AFD.

Im Jahr 2011 waren der AFD nur 6,8 Milliarden Euro für Projekte zugewiesen worden, aber das rasche Wachstum ihrer Aktivitäten wird sich im Rahmen der französischen Entwicklungspolitik fortsetzen, die 2017 grundlegend verändert wurde.

Präsident Emmanuel Macron hat versprochen, bis zum Jahr 2022 0,55 Prozent des französischen Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe bereitzustellen.

Nach Jahren des Rückgangs der französischen Entwicklungsausgaben gibt es also Anzeichen für eine Wiederaufnahme dieses Engagements des Landes. Frankreich verzeichnete im Jahr 2017 einen Anstieg seiner Hilfe um 15 Prozent: von 0,38 Prozent des BNE auf 0,43 Prozent, so von der OECD veröffentlichte Zahlen.

Afrika bleibt eine Priorität für die AFD; dort werden die meisten Projekte finanziert. „Auf Afrika konzentriert sich 50 Prozent der gesamten Hilfsleistung der AFD im Ausland – und 80 Prozent der gesamten französischen Staatshilfe,“ so die AFD in einer Pressemitteilung.

Frankreich legt Finanzplan für Entwicklungszusammenarbeit bis 2022 vor

Die französische Regierung gab kürzlich ihren Plan bekannt, bis 2022 0,55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Entwicklungszusammenarbeit zu stecken.

Zuschüsse hinken hinterher

Das Ungleichgewicht zwischen Zuschüssen und Krediten für Entwicklungsprojekte wurde jedoch auch durch die zunehmende Aktivität der Förderbank bisher nicht behoben. Zuschüsse machen immer noch einen lediglich kleinen Teil der Tätigkeit der AFD aus: nur 1,5 Milliarden Euro des Gesamtportfolios der Agentur von 10,4 Milliarden.

„Die Zuschüsse sind im Vergleich zu 2016 um 36 Prozent gestiegen, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns, um Zuschüsse und Kredite auszugleichen“, sagte Rioux.  Die meisten Zuschüsse der AFD finanzieren derzeit Projekte in den 19 Schwerpunktländern Frankreichs, von denen die meisten im französischsprachigen Afrika liegen.

Um den Anteil der Zuschüsse zu erhöhen, soll die AFD zusätzliche Kredite vom französischen Staat erhalten. „Dies wurde im Rahmen des interministeriellen Ausschusses für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (CICID) geplant, der im Februar zusammenkam, um die Zukunft der französischen Entwicklungszusammenarbeit festzulegen,“ erklärte Rioux.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens IPSOS zur Entwicklungspolitik in Frankreich in diesem Jahr befürworteten 70 Prozent der Befragten weitere Unterstützung der Entwicklungsländer und glaubten, dass die Situation in diesen Ländern auch Einfluss auf ihr Leben in Frankreich hat.

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