Fossile Energie bis 2050 halbieren: Kasachstan bringt grüne Projekte auf den Weg

Aktuell wird mehr als die Hälfte des erneuerbaren Stroms in Kasachstan mit Sonnenkraftwerken gewonnen. [Alexandr Zevakin/Shutterstock]

Kasachstans neue Führung hat angesichts der simultanen Herausforderungen volatiler Ölpreise und der Coronavirus-Pandemie 19 neue Projekte für erneuerbare Energien im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar genehmigt. Dies geschieht im Rahmen der jüngsten Bemühungen des Landes, umweltfreundlicher zu werden und seine Energieversorgung zu diversifizieren.

Bis heute gibt es in Kasachstan bereits 97 in Betrieb befindliche Anlagen für erneuerbare Energien, wobei mehr als die Hälfte des erneuerbaren Stroms aus Sonnenkraftwerken und ein weiteres Viertel aus Windparks gewonnen wird.

Während aktuell noch mehr als 70 Prozent der Elektrizität des zentralasiatischen Landes durch Kohleverbrennung erzeugt wird, ist die Entwicklung erneuerbarer Energien unter der neuen Führung des postsowjetischen Staates zu einem wichtigen Punkt auf der Agenda geworden. Das Land verstärkt seine Bemühungen um den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Entwicklung, um die Diversifizierung der Wirtschaft – und um privates Kapital und Investitionen.

Kasachstan und Belarus besprechen Öl-Lieferdeal

Kasachstan und Weißrussland werden noch vor dem 20. Januar über ein Öllieferabkommen diskutieren, teilte der kasachische Energieminister Nurlan Nogajew am Mittwoch (15. Januar) mit.

Im Februar hatte Kasachstan die heimische Industrie für erneuerbare Energien in die Liste der vorrangigen Investitionsprojekte aufgenommen und versucht, das Problem der hohen Kapitalsteuer in Angriff zu nehmen, da fast 80 Prozent der Kosten im Sektor der erneuerbaren Energien durch den Kauf teurer Ausrüstungen verursacht werden.

Dieser Schritt ermöglicht es Investoren, im Rahmen des Investitionsabkommens mit dem kasachischen Außenministerium eine Reihe von Steuervergünstigungen und Vorteilen zu erhalten.

Kasachstan hat sich inzwischen verpflichtet, seinen Anteil an erneuerbarer Energie bis 2020 auf drei Prozent und bis 2030 auf zehn Prozent zu erhöhen und bis 2050 die Hälfte der verbrauchten Energie aus grünen Quellen zu beziehen.

Die riesigen windigen Steppen des Landes und 3.000 Stunden Sonnenlicht im Jahr bieten dafür auch mehr als ausreichend Potenzial.

Auslandsinvestitionen: Kasachstan lockt mit Steuerbefreiung

Kasachstans Präsident Nasarbajew hat dem Außenministerium den Hauptauftrag gegeben, ausländische Investitionen einzuwerben.

Im Jahr 2017 veranstaltete Kasachstan seine Expo zum Thema „Energie der Zukunft“, mit der die globale Debatte darüber gefördert werden sollte, „wie ein sicherer und nachhaltiger Zugang zu Energie für alle gewährleistet und gleichzeitig die CO2-Emissionen reduziert werden können“. Seitdem investiert das Land kontinuierlich in erneuerbare Energien.

Im Jahr 2019 zogen einundzwanzig Erneuerbare-Energie-Projekte im Land Investitionen in Höhe von 613 Millionen Dollar an. Das größte Solarkraftwerk Zentralasiens, das von deutschen Entwicklern gebaute Solarprojekt Saran, nahm ebenfalls 2019 seinen Betrieb auf.

Die Initiative „Grünes Zentralasien“ zur Förderung der regionalen Integration, die im Januar dieses Jahres auf einer hochrangigen Ministerkonferenz in Berlin ins Leben gerufen wurde, zeugt von einer verstärkten Aufmerksamkeit in Europa für den Klimaschutz in der Region.

Seit Anfang des Jahres wurden sechs Erneuerbare-Energie-Projekte in Auftrag gegeben, und das Energieministerium Kasachstans erwartet, dass die Produktion erneuerbarer Energien im Jahr 2020 rund drei Milliarden Kilowattstunden erreichen wird.

Kasachstan positioniert sich als Brücke zwischen Asien und Europa

Die Hauptbereiche, auf die sich die Region Zentralasien in den kommenden Jahren konzentrieren will, sind nach eigenen Angaben Umweltschutz und Handelsliberalisierung.

„Die Attraktivität der Industrie für erneuerbare Energien nimmt von Jahr zu Jahr zu“, meint auch Alija Salimschuarowa, Projektmanagerin für erneuerbare Energien bei Kazakh Invest, dem staatlichen Unternehmen, das ausländische Investoren in prioritären Wirtschaftssektoren anziehen und Investitionsprojekte unterstützen soll.

Salimschuarowa erklärt, dass sich der gesetzliche Rahmen für grüne Investitionen ebenfalls verbessert habe, seit die Regierung 2017 von Einspeisetarifen, Zahlungen für die Erzeugung erneuerbarer Energie zu einem Auktionsmechanismus gewechselt habe, der den Wettbewerb fördern solle. Dies werde zu besseren Projekten und Preisen führen.

Die Auktionen finden im offenen elektronischen Handelssystem KOREM statt, und die Laufzeit eines Auktionstarifs beträgt 15 Jahre.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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