Flüchtlingsrettung: De Maizière kritisiert Arbeit von NGOs im Mittelmeer

Bundesinnenminister Thomas de Maizière [NEXT Berlin/Flickr]

Verschleiern NGO-Schiffe zur Rettung von Flüchtlingen ihre Position im Mittelmeer? Der Bundesinnenminister warnt vor einem Vertrauensverlust.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht das Vorgehen von Nichtregierungsorganisationen vor der italienischen Küste zur Rettung von Flüchtlingen kritisch. Italien untersuche Vorwürfe gegen NGOs, wonach deren Schiffe ihre Position im Mittelmeer verschleierten, sagte de Maizière den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Sein italienischer Amtskollege Marco Minniti habe ihm gesagt, dass die Schiffe in libysche Gewässer führen, um den Rettungsschiffen ein Ziel vorzugeben. „Das löst kein Vertrauen aus“, sagte de Maizière weiter.

Überdies sei die Zahl der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer an manchen Tagen besonders hoch. „Das spricht dafür, dass kriminelle Schlepper dahinter stecken und Menschen organisiert verschifft werden“, sagte der Minister.

Mehr als 100.000 Flüchtlinge 2017 über Mittelmeer nach Europa gekommen

In diesem Jahr sind bereits mehr als 100.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa geflohen.

Hilfsorganisationen wiesen die Vorwürfe zurück. „Es wurde immer wieder versucht, uns irgendetwas anzuhängen, doch bis heute wurde nie ein Beweis geliefert“, sagte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer den Funke-Zeitungen. Auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen dementierte die Vorwürfe. „Es gibt nicht den Hauch eines Beweises dafür“, sagte ein Sprecher.

Bis Montag kamen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR seit Jahresbeginn mehr als 110.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Mehr als 93.000 erreichten die EU über einen italienischen Hafen.

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