Flüchtlingskrise: Slowenien errichtet Barrieren an Grenze

Um den Andrang von Flüchtlingen an der Grenze zu regulieren, errichtet Slowenien Grenzbarrieren.

Um den Andrang von Flüchtlingen an der Grenze zu regulieren, errichtet Slowenien Grenzbarrieren. [michael_swan/Flickr]

Mehr als 170.000 Flüchtlinge haben Slowenien allein seit Oktober auf dem Weg nach Österreich durchquert. Nun will Slowenien den Andrang der Asylsuchenden an der Grenze zu Kroatien durch Barrieren steuern.  Die Grenzschutzbehörde Frontex registrierte in diesem Jahr bereits 1,2 Millionen illegale Grenzübertritte von Flüchtlingen.

Auch Slowenien will in den kommenden Tagen an der Grenze zu Kroatien Barrieren errichten, um den Andrang von Flüchtlingen zu steuern.

An Übergängen bleibe die Grenze aber offen, kündigte Ministerpräsident Miro Cerar am Dienstag an. Es gehe darum, einen kontrollierten und sicheren Zugang für Flüchtlinge zu gewährleisten und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Ankündigung zeige „die Dringlichkeit, mit der wir an einer gesamteuropäischen Lösung arbeiten müssen“. In Deutschland hielt der Streit zwischen Union und SPD über den Familiennachzug syrischer Flüchtlinge an.

Seitdem Ungarn Mitte Oktober seine südliche Grenze zu Kroatien geschlossen hat, haben mehr als 170.000 Flüchtlinge auf dem Weg nach Österreich Slowenien durchquert. Merkel verzichtete in Berlin auf direkte Kritik an der slowenischen Regierung. Der Fortschritt in Europa gehe leider nicht so schnell, wie es notwendig sei. Sie bezog sich auf den schleppenden Aufbau der Hotspots zur Registrierung und Verteilung von Flüchtlingen in Griechenland und Italien sowie den Grenzschutz zwischen der Türkei und Griechenland. Wenn dieser funktionieren würde, „bräuchte Slowenien nicht zu solchen Maßnahmen zu greifen“.

Die europäische Grenzschutzbehörde Frontex registrierte in diesem Jahr nach eigenen Angaben bislang rund 1,2 Millionen illegale Grenzübertritte von Flüchtlingen und Migranten – vier Mal so viele wie im gesamten Jahr 2014.

Die Zahl der tatsächlichen Zuwanderer sei wegen Doppelzählungen allerdings niedriger, teilte die Behörde am Dienstag mit. Besonders Ankömmlinge in Griechenland würden oft zunächst wieder die Europäische Union nach Mazedonien verlassen, um dann bei der Wiedereinreise in die EU über Ungarn erneut gezählt zu werden.

Im Oktober seien mehr als 150.000 Menschen von der Türkei aus nach Griechenland gekommen, berichtete Frontex weiter. Die Gesamtzahl im Zeitraum Januar bis Oktober betrage damit 540.000. Dagegen sei im vergangenen Monat die Zahl der Bootsflüchtlinge von Libyen nach Italien zurückgegangen: Mit 8500 sei sie halb so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Insgesamt seien in 2015 bislang etwa 140.000 Menschen über diesen Weg nach Italien gekommen. Zum gleichen Zeitpunk im vergangenen Jahr seien es fast 155.000 gewesen.