Finnland schließt Konfuzius-Institut nach Zensur- und Spionagevorwürfen

Die Universität Helsinki beherbergt ein Konfuzius-Institut, das sich seit 2007 auf die Lehre der chinesischen Sprache und Kultur konzentriert. [Shutterstock/linlypu]

Ein Kooperationsvertrag zwischen der Universität Helsinki und dem Konfuzius-Institut wird gekündigt, nachdem dem Institut vorgeworfen wurde, chinesische Soft Power zu fördern, Spionage zu betreiben und Diskussionen über Tibet zu behindern.

Die Universität Helsinki beherbergt ein Konfuzius-Institut, das sich seit 2007 auf die Lehre der chinesischen Sprache und Kultur konzentriert.

Grundlage für die Zusammenarbeit ist eine Partnerschaft mit der chinesischen Renmin-Universität, die jährlich Lehrkräfte nach Helsinki entsendet. Die Konfuzius-Institute wurden 2004 ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es 525 Institute in 146 Ländern.

Im Laufe der Jahre wurden die Einrichtungen beschuldigt, trojanische Pferde zu sein, die chinesische Soft Power verbreiten und sogar Spionage betreiben.

Chinesische Dozierende, die von ihrer Regierung bezahlt werden, vermeiden angeblich Themen wie das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens und die Kulturrevolution.

Vor zwei Jahren versuchte das Konfuzius-Institut in Helsinki außerdem, Diskussionen über Tibet zu verhindern.

Belgien schloss sein Konfuzius-Institut im Jahr 2019, Schweden und Dänemark im Jahr 2020 und Norwegen im Jahr 2021. Derzeit gibt es rund 190 Institute in der EU. In den USA war die Zahl der Institute im April auf 18 gesunken.

Laut der Vizerektorin der Universität Helsinki, Hanna Snellman, ist China sehr daran interessiert, das Programm weiter zu finanzieren.

„Wir wollen jedoch unsere eigenen Lehrer:innen auswählen und sie selbst einstellen. Außerdem wollen wir, dass der Chinesischunterricht auf der Grundlage von Forschungsergebnissen stattfindet“, sagte Snellman am Samstag (18. Juni) dem finnischen Fernsehsender YLE.

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