Fake News: Niederländischer Außenminister tritt zurück

Außenminister Halbe Zijlstra erklärt seinen Rücktritt. [EPA-EFE/MARTIJN BEEKMAN]

Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra hat wegen einer Lüge über ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin seinen Rücktritt erklärt.

Seine falschen Äußerungen hätten seiner Glaubwürdigkeit geschadet, erklärte Zijlstra am gestrigen Dienstag. Am Vortag hatte er eingeräumt, während des Wahlkampfes vor zwei Jahren fälschlicherweise behauptet zu haben, bei einem Treffen auf Putins Landsitz im Jahr 2006 gewesen zu sein. Dabei zitierte er Putin mit Äußerungen über ein Groß-Russland.

Kann jemand den Kreml knacken? Die Gegenkandidaten des Wladimir Putin

Kaum ein Beobachter zweifelt, dass Wladimir Putin bei der Wahlrunde um die russische Präsidentschaft am 18. März zum vierten Mal siegen wird, meint Wolf Achim Wiegand.

Die Äußerungen kamen zur Unzeit, weil sie in einer ohnehin angespannten Lage den Konflikt zwischen der EU und Russland unnötig weiter befeuert haben. Man muss jedoch annehmen, dass genau das die Absicht war. An dem Treffen war Zijlstra jedenfalls nicht beteiligt. Informationen darüber hat er bestenfalls aus zweiter Hand. Das behauptet er auf jeden Fall jetzt.

Regierungschef Mark Rutte musste sich nach dem Rücktritt einem Misstrauensvotum im Parlament stellen. Der Misstrauensantrag des rechtspopulistischen Politikers Geert Wilders wurde gestern Abend in Den Haag aber mit großer Mehrheit zurückgewiesen. 101 Abgeordnete stimmten dagegen, nur 43 Parlamentarier votierten gegen den Regierungschef.

Subscribe to our newsletters

Subscribe