EVP-Vorsitzender Weber beklagt Belastung von Beziehungen durch Nord Stream 2

Der EU Parlamentsabgeordnete und Vorsitzender der EVP, Manfred Weber, beklagt die Belastung der Beziehungen mit EU Verbündeten aufgrund von Nord Stream 2. EPA-EFE/OLIVIER HOSLET

In der Debatte um die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 hat der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber, eine Belastung der Beziehung zu den europäischen Verbündeten beklagt.

„Den Betreibern muss klar sein, dass der Betrieb der neuen Pipeline eine große Hypothek darstellt“, sagte Weber dem Handelsblatt. „Sollten sich die Beziehungen zu Russlands Führung weiter verschlechtern, muss ein Abnahme- und Betriebsstopp möglich sein“, forderte der EVP-Vorsitzende.

„Nord Stream 2 belastet die Beziehungen zu unseren Verbündeten“, sagte Weber weiter. Russlands Präsident Wladimir Putin dürfe „für sein provokantes Verhalten nicht auch noch wirtschaftlich belohnt werden“.

Der Chef des Pipeline-Projekts Matthias Warnig sagte der Zeitung, dass Nord Stream 2 noch in diesem Sommer fertiggestellt würde. „Wir gehen davon aus, dass die Bauarbeiten Ende August beendet sind“, sagte Warnig.

„Mittlerweile sind 98 Prozent der Pipeline fertiggestellt. Die zwei Prozent, die noch fehlen, betreffen einen der beiden Stränge. Der andere Strang ist komplett gebaut.“ Ziel sei es, die Pipeline „noch in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen“.

Mit der fast fertig gebauten Pipeline soll künftig in weitaus größerem Umfang als bislang russisches Erdgas nach Deutschland gebracht werden. Das Projekt stößt in der EU und vor allem in den USA auf Kritik.

Washington befürchtet, dass sich Deutschland und Europa damit in eine wachsende Abhängigkeit von Moskau begeben und dem Gas-Transitland Ukraine schaden.

Auch im Rest von Europa werden neue Entwicklungen zum Thema Nord Stream 2 mit Spannung beobachtet. Gerade EU Länder wie Litauen beäugen Russland nach wie mit Argwohn.

Der deutsch-französische Vorstoß für ein neues Gipfeltreffen mit Vladimir Putin ist insbesondere am Widerstand der kleinen Länder die Russland skeptisch gegenüber stehen gescheitert.

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