Europa und Afrika wollen gegen illegale Migration vorgehen

Derzeit findet der 5. EU-Afrika-Gipfel in der Elfenbeinküste statt. [African Union Commission]

Afrikanische und Europäische Union wollen nach Berichten über Sklaverei in Libyen entschiedener gegen Schlepperbanden vorgehen.

Die Staats- und Regierungschefs von EU und Afrikanischer Union zeigten sich am Mittwoch auf dem Afrika-EU-Gipfel in Abidjan über die Behandlung von Migranten in libyschen Lagern entsetzt. “Dieses Thema spielt jetzt hier auf dem afrikanischen Kontinent (…) flächendeckend eine Rolle, weil es Berichte darüber gibt, dass afrikanische junge Männer wie Sklaven verkauft werden in Libyen”, sagte Kanzlerin Angela Merkel.

Hohe Erwartungen an EU-Afrika-Gipfel

Noch bis am Mittag des morgigen Donnerstags läuft das Gipfeltreffen von Afrikanischer und Europäischer Union noch. Angesichts großer Probleme sind die Erwartungen hoch.

Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, sprach als Gastgeber davon, dass mehr getan werden müsse. Die Berichte erinnerten an die schlimmsten Stunden der Menschheit. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte mehr europäische Hilfe für Afrika an.

An dem Gipfeltreffen nehmen mehr als 70 Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Vertreter der internationalen Institutionen teil. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu verstärken.

Merkels Afrika-Beauftragter Günter Nooke verwies gegenüber der Nachrichtneagentur Reuters darauf, dass die EU einen milliardenschweren Finanzrahmen bereitstellt, der Investitionen von 44 Milliarden Euro anschieben soll. Mehrere Gipfelteilnehmer forderten, die wirtschaftliche Entwicklung anzuschieben. “Es geht um Jobs, Jobs, Jobs, Jobs”, sagte Nooke. Der Präsident der Afrikanischen Union, Alpha Conde, hob Ausgaben für Bildung hervor. Dies hatte auch Merkel angemahnt.

Neben den Wirtschaftskontakten und Hilfen für den Kampf gegen islamistische Extremisten etwa in Nigeria oder im Tschad steht die Migration im Mittelpunkt der Beratungen. Das Thema Sklavenhandel habe eine große emotionale Bedeutung für die Afrikaner, sagte Merkel. “Daraus ergibt sich auch ein gemeinsames Interesse daran, die illegale Migration zu beenden.” Es müssten legale Möglichkeiten für Afrikaner geschaffen werden, in der EU eine Ausbildung zu bekommen oder zu studieren.