EU will ihre Flagge bei Olympia in Tokio sehen

Das Tragen der EU-Flagge neben der des eigenen Landes würde das slowenische Team zu Botschafter:innen der europäischen Einheit und "der Werte machen, die unsere Union untermauern - und die mit denen der olympischen Bewegung übereinstimmen", schrieben EU-Kommissar Margaritis Schinas und der slowenische Ministerpräsident Janez Janša. [EPA-EFE/ARIS MESSINIS / POOL]

EU-Spitzenpolitiker haben am gestrigen Sonntag (18. Juli) darum gebeten, dass die Athlet:innen aus Slowenien – das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat – bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio neben ihrer eigenen Nationalflagge auch die EU-Flagge tragen dürfen.

Das Tragen der EU-Flagge neben der des eigenen Landes würde das slowenische Team zu Botschafter:innen der europäischen Einheit und „der Werte machen, die unsere Union untermauern – und die mit denen der olympischen Bewegung übereinstimmen“, schrieben EU-Kommissar Margaritis Schinas und der slowenische Ministerpräsident Janez Janša in einem gemeinsamen Brief an den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach.

Schinas – dessen Ressort in der Kommission die „Förderung der europäischen Lebensart“ und auch Sport-Komponenten umfasst – betonte weiter, die EU-Flagge sei ein „Symbol für friedliche Koexistenz, Toleranz und Solidarität“.

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Das Europäische Parlament hat am Donnerstag (8. Juli) die EU-Spitzen dazu aufgerufen, die Olympischen Winterspiele im Februar 2022 in Peking zu boykottieren, wenn China nicht die Menschenrechtssituation in Hongkong und in der Provinz Xinjiang verbessert.

„Wir werden Sie in jeder Weise unterstützen, die Sie bei der Einführung dieser besonderen und historischen Geste für angemessen halten,“ erklärten die beiden Politiker gegenüber IOC-Chef Bach und fügten hinzu, dass das Zeigen der EU-Flagge „als kraftvolle Darstellung dafür dienen könnte, wie Einheit und Frieden durch dieses Ereignis gefeiert werden müssen“. Diese Einheit und Frieden seien „sowohl für den europäischen als auch für den olympischen Geist grundlegend“.

„Wir glauben, dass die Europäische Union und das Internationale Olympische Komitee – als zwei Organisationen, die durch diese gemeinsamen Werte vereint sind – in einer einzigartigen Position sind, um Frieden und Verständnis in einer Zeit zu fördern, in der die Welt dies am meisten braucht,“ hieß es weiter.

Die Olympischen Spiele finden vom 23. Juli bis 8. August in der japanischen Hauptstadt Tokio statt.

Als einer der ersten reagierte Frankreichs Europaminister Clement Beaune auf den Vorstoß. Er teilte per Twitter mit, er unterstütze die Idee „voll und ganz“.

Es ist nicht das erste Mal, dass die EU einen derartigen Wunsch äußert: Bereits 2004 hatte der damalige EU-Kommissionspräsident Romano Prodi gefordert, dass die Sportler:innen bei den Olympischen Spielen in Peking die EU-Flagge neben der eigenen Nationalflagge zeigen sollten.

Ein Land, das seine eigene Flagge bei der Eröffnungsfeier in Tokio derweil nicht tragen darf, ist Russland. Der Teamname, die Flagge und die Nationalhymne des Landes wurden vom Schiedsgericht für Sport von den diesjährigen Olympischen Spielen in Tokio und den Winterspielen 2022 in Peking verbannt. Grund dafür sind die zahlreichen Dopingfälle und -vorwürfe gegen Russland.

[Bearbeitet von Frédéric Simon]

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