EU warnt Türkei vor Umsetzung von Plänen für Geisterstadt Varosha auf Zypern

Varosha, einst als "Juwel des Mittelmeers" bezeichnet, ist seit Jahrzehnten verlassen und eingezäunt und liegt im von der Türkei kontrollierten Gebiet direkt an der UN-Pufferzone zwischen dem türkischen Nord- und dem griechischen Südteil der Mittelmeerinsel [KATIA CHRISTODOULOU]

Die EU hat die Türkei vor einer Umsetzung ihrer Pläne für die Geisterstadt Varosha auf Zypern gewarnt. Brüssel sehe die Pläne als Verstoß gegen  UN-Resolutionen und werde „die ihr zur Verfügung stehenden Instrumente und Optionen zur Verteidigung ihrer Interessen einsetzen“, hieß es in einer vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Dienstag veröffentlichten Erklärung. Darin verurteilte er die „einseitigen Schritte der Türkei“.

Varosha, einst als „Juwel des Mittelmeers“ bezeichnet, ist seit Jahrzehnten verlassen und eingezäunt und liegt im von der Türkei kontrollierten Gebiet direkt an der UN-Pufferzone zwischen dem türkischen Nord- und dem griechischen Südteil der Mittelmeerinsel.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte in der vergangenen Woche bei einem Besuch im türkisch besetzten Nordteil Zyperns die Pläne zur Öffnung der Geisterstadt vorangetrieben und eine fortgesetzte Teilung der Insel befürwortet. Die Äußerungen lösten international Empörung aus.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Damals hatte die türkische Armee nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer den Norden besetzt. Seit 2004 gehört Zypern der EU an, im Nordteil der Insel ist europäisches Recht jedoch bis zur Lösung des Konflikts ausgesetzt. Die UNO bemüht sich seit langem um eine Vermittlung, bisher ohne Erfolg. Die Türkei ist der einzige Staat, welcher die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt.

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