EU warnt italienische Medien davor, russische Propaganda zu verbreiten

In einem Interview, das Zona Bianca am Sonntagabend (1. Mai) im italienischen Fernsehsender Rete 4 ausstrahlte, bezeichnete Lawrow die Massaker von Butcha als "Fake News" und äußerte sich über Adolf Hitlers angebliche jüdische Wurzeln, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj - der selber jüdischer Abstammung ist - zu beschuldigen, ein Nazi zu sein. [EPA-EFE/SHAMIL ZHUMATOV]

Die Europäische Kommission hat nach einem umstrittenen Interview mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in einem italienischen Fernsehsender die europäischen Medien aufgefordert, der russischen Propaganda keine Sendezeit oder Bedeutung einzuräumen.

In einem Interview, das Zona Bianca am Sonntagabend (1. Mai) im italienischen Fernsehsender Rete 4 ausstrahlte, bezeichnete Lawrow die Massaker von Butcha als „Fake News“ und äußerte sich über Adolf Hitlers angebliche jüdische Wurzeln, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – der selber jüdischer Abstammung ist – zu beschuldigen, ein Nazi zu sein.

„Die Rundfunkanstalten in der EU und den Mitgliedstaaten dürfen in ihren Talkshows keine Aufrufe zu Gewalt, Hass und russischer Propaganda zulassen“, erklärte der digitale Sprecher der Europäischen Kommission, Johannes Bahrke, am Montag während eines täglichen Briefings mit der europäischen Presse.

Die Worte Lawrows wurden von Moskau in einem Propagandaspot verwendet, der einige nationale und europäische Politiker:innen empört hat.

Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas sagte, Lawrows Worte seien „falsch, verzerren und verharmlosen den Holocaust.“

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Pina Picierno, sagte, sie erwarte, dass „Mediaset [der Fernsehsender] aufklärt, was passiert ist.“

Russische Journalist:innen und andere umstrittene Gäste treten regelmäßig in Talkshows in Italien auf. Brüssel warnte, dass dies den russischen Medien zur Umgehung von Sanktionen verhelfen könnte und forderte die Medien auf, „in den Kontext zu stellen, wer die Gäste sind und wo die russischen Journalisten tätig sind oder tätig waren.“

Am 2. März hatte die EU ein vorübergehendes Sendeverbot gegen Sputnik und Russia Today verhängt, die als Mittel der Desinformation durch den Kreml gelten.

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