EU uneins über möglichen Exportstopp für Corona-Vakzine von Astrazeneca

Ursula von der Leyen droht mit Exportstopps, aus dem Rat kommen Widerworte. [OLIVIER HOSLET/EPA]

Ein mögliches Exportverbot für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca sorgt vor dem EU-Gipfel für Streit.

Während sich Irland und die Niederlande am Montag für einen Kompromiss aussprachen, stellte sich Frankreich an die Seite von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die mit einem Ausfuhrverbot für in der EU produziertes Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers gedroht hatte, sollte der Pharmakonzern nicht zuerst seine vertraglichen Lieferpflichten gegenüber der EU erfüllen.

Impfstoff-Kosten belasten Schwellenländer

Kolumbien wurde mit mehr als 62.000 Toten besonders schwer von Corona getroffenen. Jetzt rollt auf das Land eine riesige Kostenlawine zu, um genug Impfstoff zu finanzieren. In Südafrika ist die Lage ähnlich angespannt.

Er sei strikt gegen einen Exportstopp, sagte der irische Regierungschef Micheal Martin dem staatlichen Sender RTE. „Es ist absolut wichtig, dass wir die Lieferketten offen halten.“ Alles andere wäre ein Rückschritt.

Ein niederländischer Regierungsvertreter sprach sich für einen Kompromiss zwischen Großbritannien, der EU-Kommission und Astrazeneca aus. Ein Ausfuhrverbot wäre ein „Lose-Lose-Szenario“. In den Niederlanden will Astrazeneca demnächst auch produzieren. Anfang März hatte Rom eine Lieferung mit 250.000 Impfdosen des Herstellers Astrazeneca an Australien gestoppt, die in Italien produziert worden waren.

Von der Leyen gegen Corona-Impfstoff-Spenden der EU an ärmere Länder

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Forderungen nach Corona-Impfstoff-Spenden der Europäischen Union an ärmere Länder vorerst eine Absage erteilt.

Frankreichs Europastaatsekretär Clément Beaune erklärte vor dem EU-Gipfel diese Woche: „Das muss die Strategie eines Europas sein, das sich schneller bewegt und seine Interessen verteidigt: mehr produzieren, Verträge durchsetzen, Exporte kontrollieren.“

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte am Wochenende ihre Drohung an Astrazeneca mit einem Exportverbot wiederholt und dem Unternehmen vorgeworfen, im ersten Quartal nur 30 Prozent der vereinbarten Menge an die EU geliefert zu haben.

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