EU und UK einigen sich im Fischerei-Streit

Das Abkommen legt die zulässigen Gesamtfangmengen für 75 Fischbestände für das Jahr 2021 sowie für einige Tiefseebestände für 2021 und 2022 fest. [EPA-EFE/VICKIE FLORES]

Die EU und das Vereinigte Königreich haben am Mittwoch (2. Juni) ein Abkommen geschlossen, das Fangbeschränkungen für gemeinsam bewirtschaftete Fischbestände im Jahr 2021 festlegt. Es ist das erste derartige Abkommen im Rahmen des neuen Handelspakts zwischen London und Brüssel.

„Dieses Abkommen bietet unseren Fangflotten Vorhersehbarkeit und Kontinuität – mit endgültig vereinbarten Gesamtfangmengen für den Rest des Jahres,“ zeigte sich der für Fischerei zuständige Kommissar Virginijus Sinkevičius zufrieden.

„Das ist gut für die Fischerinnen und Fischer, für unsere Gemeinden an den Küsten und für unsere Häfen sowie für die nachhaltige Nutzung unserer Meeresressourcen. [Die Einigung] beweist auch, dass die beiden Partner auf beiden Seiten des Ärmelkanals Vereinbarungen finden und vorankommen können, wenn sie zusammenarbeiten,“ sagte er weiter.

Das Abkommen legt die zulässigen Gesamtfangmengen für 75 Fischbestände für das Jahr 2021 sowie für einige Tiefseebestände für 2021 und 2022 fest. Es schafft außerdem Klarheit über die Zugangsbeschränkungen für nicht quotengebundene Arten, so die Europäische Kommission in ihrer Mitteilung.

Fischfang-Verhandlungen zwischen London und Oslo gescheitert

Die Gespräche zwischen dem Vereinigten Königreich und Norwegen über ein neues Fischereiabkommen sind am Donnerstag gescheitert. Das zuständige britische Ministerium monierte, die norwegische Regierung habe ein „faires Angebot“ abgelehnt.

Im Rahmen des neuen Handels- und Kooperationsabkommens werden 25 Prozent der bisherigen EU-Quote in britischen Gewässern bis Juni 2026 an das Vereinigte Königreich übertragen, wobei für jeden einzelnen Fischbestand bestimmte Prozentsätze für jährliche Fangmengen vereinbart werden.

Der gegenseitige Zugang zu den Gewässern der jeweils anderen Seite wird nun über ein Lizenzsystem für Fischereiboote gewährt.

Ewiges Streitthema

Der Zugang zu den Fischereigewässern hat in den fünf Monaten seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion bereits mehrere Streitigkeiten ausgelöst.

Erst Anfang des vergangenen Monats brach ein erneuter Zwist zwischen London und Paris über den Zugang französischer Fischerboote zu den Gewässern rund um die Kanalinsel Jersey aus. Dabei beschwerten sich französische Fischerinnen und Fischer, dass die ihnen erteilten Lizenzen Bedingungen enthielten, die bisher nicht im EU-UK-Handelsabkommen enthalten waren.

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian teilte den regionalen Fischereibetrieben in einem Brief mit, „dass wir diese neuen Maßnahmen nicht akzeptieren können und dass wir weiterhin die Rechte unserer Fischer verteidigen werden“.

Le Drian versprach, seine Regierung werde „nicht zögern, alle Hebel auf politischer und rechtlicher Ebene sowie alle uns zur Verfügung stehenden Druckmittel zu mobilisieren“.

Kanalinsel Jersey im britisch-französischen Kreuzfeuer

Die Kanalinsel Jersey ist zum ungewöhnlichen Mittelpunkt eines größeren Streits zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich über den Zugang zu Fischereigewässern geworden. Die Regierung in Paris drohte am Dienstag, dass sogar die Stromversorgung der Insel gekappt werden könnte.

Fünf Milliarden Euro schwerer Fonds gegen die Brexit-Kosten

Der Fonds soll Unternehmen helfen, Verluste und zusätzliche Kosten zu decken, die durch das neue Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit entstehen.

Post-Brexit: Britische Lebensmittel-Exporte in die EU im Januar um 75% gesunken

Die Exporte britischer Lebensmittel und Getränke in die Europäische Union sind im Januar um 75 Prozent gesunken, so Daten des britischen Verbands Food and Drink Federation. Ein Mitgrund dürfte die Pandemie sein.

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