EU stellt Impfstoffe für Gesundheitspersonal auf dem Balkan bereit

Die Lieferungen von insgesamt 651.000 Dosen Coronavirus-Impfstoff von Biontech/Pfizer sollen von Anfang Mai bis August mit monatlicher Zuteilung an Bosnien-Herzegowina, Albanien, Nordmazedonien, das Kosovo, Montenegro und Serbien laufen. [Shutterstock/cortex-film/M-SUR]

Die EU wird insgesamt 651.000 Impfdosen aus gemeinsamer Beschaffung für das Gesundheitspersonal in den sechs Partnerländern auf dem westlichen Balkan bereitstellen, teilte die Europäische Kommission am Dienstag mit.

Die Ankündigung kommt, nachdem China und Russland bereits Millionen Dosen ihrer jeweiligen Impfstoffe in der Region verteilt haben, und Monate nachdem der EU-Mechanismus für das Teilen von Vakzinen ins Leben gerufen wurde.

„Dies muss als ein äußerst wichtiges Zeichen dafür gewertet werden, dass sich die EU und ihre Mitgliedsstaaten um diese Region kümmern,“ kommentierte der für Nachbarschaft und Erweiterung zuständige Kommissar Olivér Várhelyi.

Die Lieferungen von insgesamt 651.000 Dosen Coronavirus-Impfstoff von Biontech/Pfizer sollen von Anfang Mai bis August mit monatlicher Zuteilung an Bosnien-Herzegowina, Albanien, Nordmazedonien, das Kosovo, Montenegro und Serbien laufen.

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Die entsprechenden Verträge sehen explizit vor, dass die Dosen für medizinisches Fachpersonal und gefährdete Gruppen bestimmt sind. Auf Presse-Nachfragen, ob es – angesichts der weiterhin grassierenden Korruption in der Region – Garantien dafür gebe, dass diese Gruppen die Impfstoffe tatsächlich erhalten, sagte Kommissar Várhelyi, er vertraue den Partnern der EU. Es sei darüber hinaus auch in deren eigenem Interesse, „die Impfungen beim Gesundheitspersonal zu beginnen, damit der Gesundheitssektor am Laufen bleibt und die Pandemie bekämpft werden kann.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte per Twitter mit, man stehe im Kampf gegen das Virus fest an der Seite der Nachbarn auf dem Balkan.

Laut von der Leyen sollen 214.000 und damit der Großteil der 651.000 Impfstoffdosen nach Bosnien-Herzegowina gehen. 145.000 werden nach Albanien geliefert, 119.000 nach Nordmazedonien, 95.000 in den Kosovo, 42.000 nach Montenegro und 36.000 nach Serbien.

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Erleichtert wird die rechtliche Ausgestaltung dabei von der österreichischen Regierung. Die Verträge nehmen demnach die Form eines „Dreierabkommens“ zwischen Wien, dem jeweiligen Westbalkanland und Pfizer an.

Außenminister Alexander Schallenberg sprach von einem wichtigen Signal der Solidarität mit den Staaten in der unmittelbaren Nachbarschaft, denen Österreich „auch menschlich und kulturell besonders nahesteht“.

Die Stoffe selbst werden aber nicht aus dem eigenen Impfstoffkontingent Österreichs abgezweigt, betonte er: „Das sind Dosen, die von der EU explizit für den Zweck der Weitergabe an Partnerländer gesichert wurden.“

[Hinweis: Dies ist eine gekürzte Übersetzung. Den kompletten Artikel im englischen Original finden Sie hier. Bearbeitet von Josie Le Blond und Tim Steins]

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