Die EU-Exekutive erwägt verschiedene Szenarien für die Gasversorgung, falls Russland seine Exporte nach Europa teilweise oder ganz einstellt, betonte EU-Energiekommissarin Kadri Simson am Montag auf einer Konferenz in Madrid.
Die EU werde am Dienstag in Brüssel eine Runde von Beratungen über die Sicherheit der Gasversorgung abhalten, sagte Simson und fügte hinzu, dass Notfallpläne für den Ernstfall vorbereitet werden müssten, berichtete EURACTIVs Partner EFE.
Die EU-Mitgliedsstaaten müssten gemeinsam diese Herausforderung bewältigen, sagte sie und fügte hinzu, dass es die Aufgabe der Kommission sei, die Mitgliedsländer, einschließlich derjenigen ohne direkten Zugang zum Meer, bei der Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) zu unterstützen.
Simson räumte ein, dass es angesichts der Entwicklungen an der russisch-ukrainischen Grenze zu Problemen bei der Gasversorgung kommen könne.
Zusätzlich zu den Lieferbeschränkungen des russischen Gaskonzerns Gazprom wies sie darauf hin, dass die Gasvorräte auf einem historischen Tiefstand sind und die Gasspeicher in Europa nur zu 30 Prozent gefüllt sind.
Brüssel führe derzeit Gespräche mit Ländern, die bereit seien, LNG nach Europa zu exportieren, sagte sie und betonte, dass bereits im Januar wichtige LNG-Lieferungen auf die EU-Märkte eingetroffen seien. Für den Rest des Winters sei die Situation in Europa ziemlich gut abgesichert, fügte sie hinzu.
Die Kommission habe viel Arbeit in die Sicherstellung der Gaslieferungen nach Europa investiert, aber Russland als einzigen Lieferanten zu haben, sei „unhaltbar“, betonte Simson.
Die USA haben beträchtliche Mengen an LNG nach Europa geliefert, wo Katar auch ein wichtiger Handelspartner ist, das im vergangenen Jahr 40 Prozent des europäischen LNG-Bedarfs nach Europa geliefert hat, erklärte Simson.
Darüber hinaus erinnerte sie daran, dass Aserbaidschan ebenfalls Gas über eine neue Pipeline liefern würde und dass es diese Woche Kontakte mit Norwegen geben werde.
Die EU-Kommission hat an der Diversifizierung der Gasversorgungsrouten gearbeitet, aber jetzt muss sie auch eine Lösung für die Ölversorgung finden.
Simson wies jedoch darauf hin, dass die EU trotz der Maßnahmen, die zur Sicherung der Gasversorgung ergriffen wurden, in erneuerbare Energien investieren und nicht von Kohlenwasserstoffimporten aus anderen Ländern abhängig sein muss.

