EU setzt Russlands größten Diamantenproduzenten Alrosa auf Sanktionsliste

Russlands Diamantenexporte beliefen sich im Jahr 2022 auf rund vier Milliarden Dollar. [EPA-EFE/DIVYAKANT SOLANKI]

Die EU hat am Mittwoch (3. Januar) das weltgrößte russische Diamantenunternehmen Alrosa und seinen Geschäftsführer Pawel Alexejewitsch Marinytschew auf ihre Sanktionsliste gesetzt. Die Sanktionen sind Teil der Einfuhrverbote gegen Moskau wegen des Krieges gegen die Ukraine.

„Im Einklang mit dem Diamantenverbot, das wir mit dem zwölften Sanktionspaket verhängt haben, hat die EU heute das weltweit größte Diamantenförderungsunternehmen Alrosa und seinen Geschäftsführer auf die Liste gesetzt“, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell auf X.

Gegen Alrosa und seinen Geschäftsführer werden Visaverbote verhängt und Vermögenswerte in der EU eingefroren.

Die EU erklärte, dass das Unternehmen, auf das 90 Prozent der russischen Diamantenproduktion entfallen, „einen wichtigen Teil eines Wirtschaftssektors darstellt, der der Regierung erhebliche Einnahmen bringt.“

Russlands Diamantenexporte beliefen sich im Jahr 2022 auf rund vier Milliarden Dollar.

Im Dezember beschloss die EU in Abstimmung mit der G7, die Ausfuhr von natürlichen und synthetischen Diamanten aus Russland zu verbieten. Dieses Verbot trat am 01. Januar in Kraft. Die EU will die Sanktionen verschärfen, um die Einnahmen, die in die Kriegskasse des Kremls fließen, weiter einzuschränken.

Ein Verbot für russische Diamanten, die in Drittländern verarbeitet werden, soll bis September in Kraft getreten sein.

Das Verbot musste lange erkämpft werden, da die Mitgliedstaaten in monatelangen, mühsamen Verhandlungen mit den G7-Staaten ein System zur Rückverfolgung russischer Diamanten eingerichtet haben.

Die Herkunft eines Diamanten wird am Anfang der Lieferkette bestimmt. Dann wird ein Zertifikat im Rahmen des Kimberley-Prozesses ausgestellt, mit dem der Verkauf sogenannter Blutdiamanten, die Kriege finanzieren, beendet werden soll.

Allerdings ist es danach schwierig, diese Edelsteine nachzuverfolgen.

Im Vorfeld der Entscheidung hat die Diamantenindustrie intensiv Lobbyarbeit bei den G7-Mitgliedern betrieben, um die Umsetzung des Verbots zu beeinflussen. Die großen Marktteilnehmer argumentierten, dass das Verbot nicht umsetzbar sei und dem weltweiten Diamantenhandel schaden würde.

Belgien, das den größten Diamantenhandelsplatz der Welt beherbergt, bestand darauf, dass das System eingeführt werden müsse, um jegliches Embargo wirksam zu machen.

Die belgische Hafenstadt Antwerpen, einst ein wichtiger globaler Handelsplatz, hat in den letzten Jahren immer mehr Einfluss an konkurrierende Märkte in Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verloren.

Weitere Sanktionen gegen Russland: Öl und Diamanten betroffen

Die Staaten der Europäischen Union haben sich auf ein zwölftes Sanktionspaket gegen Russland geeinigt, wie der Europäische Rat mitteilte. Das bedeutet, dass ab dem 1. Januar unter anderem ein schrittweises Importverbot für russische Diamanten in Kraft treten wird.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]

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