EU-Minister: Umwandlung der Hafia Sophia fördert Misstrauen

Feiernde vor der Hagia Sofie in Istanbul. Ein Gericht hatte beschlossen, dass sie wieder zu einer Moschee umfunktioniert werden darf. [Erdem Sahin/ epa]

Trotz einer wachsenden Zahl von Konfliktthemen will die EU den Gesprächsfaden mit der Türkei nicht abreißen lassen. Unter anderem die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee sorge aber für Missfallen.

Es gebe „breite Unterstützung“, dass er nach Wegen suche, „um die Spannungen zu verringern“, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach einem Treffen der EU-Außenminister am Montag. Gleichzeitig bereite die EU „angemessene Maßnahmen“ auf das Verhalten der Türkei vor. Gesprüft wird demnach etwa, ob weitere Verantwortliche der türkischen Gasbohrungen vor Zypern mit Sanktionen belegt werden.

Die Türkei sei für die EU außen- und sicherheitspolitisch sowie im Migrationsbereich von strategischer Bedeutung, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) in Brüssel. Eine „breite Mehrheit“ der Mitgliedstaaten wolle Themen wie die türkische Rolle in Libyen oder Syrien und die Bohrungen in Gesprächen mit Ankara angehen. Die EU müsse aber „sehr klar machen (…), dass wir positive Signale erwarten aus der Türkei“.

Borrell betonte, die Außenminister hätten die jüngste Entscheidung zur Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee „verurteilt“. Die Entscheidung fördere „Misstrauen“ zwischen den Religionsgemeinschaften. Es habe „breite Unterstützung“ der Minister dafür gegeben, Ankara aufzurufen, „diese Entscheidung rückgängig zu machen“. Beschlüsse der EU-Außenminister müssen allerdings einstimmig fallen.

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Die Bundesregierung bedauerte die angekündigte Umwandlung der Hagia Sophia. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, die Hagia Sophia habe eine große kulturhistorische und religiöse Bedeutung, sowohl für das Christentum, als auch für den Islam. Es gelte jetzt, die „Ausgestaltung der Nutzung“ abzuwarten.

Die Umwandlung der Hagia Sophia sei nur das „jüngste Glied in einer Kette von Provokationen“, sagte Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg in Brüssel. Das Verhalten der Türkei in Libyen, wo sie eine Konfliktpartei auch militärisch unterstützt, oder bei den von der EU als illegal eingestuften Gasbohrungen vor Zypern zeigten, dass das Land „einfach kein verlässlicher Partner Europas“ sei.

Schallenberg bekräftigte vor den Ministergesprächen Österreichs Position, die Verhandlungen mit dem Land über einen EU-Beitritt endgültig zu beenden. „Ich glaube, auch hier sollte die Europäische Union einen klaren Schnitt ziehen.“

Maas sagte hingegen nach dem Treffen, der Status als Beitrittskandidat sei „kein Thema gewesen, das heute hier breit diskutiert worden ist“. Angesichts der Massenverhaftungen von Regierungskritikern nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei 2016 liegen die Verhandlungen mit der EU bereits auf Eis.

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Trotz der vielen Konfliktthemen betrachtet die EU die Türkei als Partner in der Migrationspolitik und unterstützt sie mit Milliardenzahlungen bei der Versorgung von Millionen Flüchtlingen aus Syrien. In einem Füchtlingspakt von 2016 hatte sich Ankara im Gegenzug verpflichtet, alle neu auf den griechischen Inseln ankommenden Migranten zurückzunehmen und stärker gegen Schlepperbanden vorzugehen. Dies führte zu einem massiven Rückgang der Ankunftszahlen in Griechenland.

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