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18/01/2017

EU lädt Türkei zum Sondergipfel zur Flüchtlingskrise

EU-Außenpolitik

EU lädt Türkei zum Sondergipfel zur Flüchtlingskrise

60 Prozent aller Asylanträge in der EU wurden in Deutschland gestellt.

Foto: dpa

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise findet am kommenden Sonntag ein außerordentlicher EU-Türkei-Gipfel statt.

Im Kurznachrichtendienst Twitter nannte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Abend als Ziel des Treffens in Brüssel: „Unseren Beziehungen neue Energie geben und den Migrationsstrom eindämmen“.

Er habe den Gipfel nach einer entsprechenden Empfehlung der EU-Kommission und einem Telefonat mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu angesetzt. Der türkische Ministerpräsident ließ in Ankara mitteilen, dass er an dem für 16.00 Uhr angesetzten Treffen gerne teilnehmen werde.

Seit Jahresbeginn sind zwischen 700.000 und 850.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer in die EU gekommen. Die Türkei ist hierbei der wichtigste Ausgangspunkt für Flüchtlinge, die in die EU gelangen wollen. Das Land steht daher unter Druck, stärker gegen Schlepper vorzugehen.

Die derzeitige Flüchtlingskrise trifft aber auch die Türkei hart. Sie beherbergt mittlerweile rund 2,2 Millionen Menschen aus dem benachbarten Brügerkriegsland Syrien. Derzeit verhandelt die türkische Regierung mit der EU über einen gemeinsamen Aktionsplan zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Für ihr Engagement für die Flüchtlinge fordert sie von der EU jährliche Hilfen in Höhe von drei Milliarden Euro, die visafreie Einreise von Türken in die EU und eine Neubelebung der Beitrittsverhandlungen mit der EU.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte bereits angekündigt, dass ein Gipfel mit der Türkei die Verhandlungen über den Aktionsplan zum Abschluss bringen solle.