EU droht Taliban bei gewaltsamer Machtergreifung mit internationaler „Isolation“

Sollten die Taliban mit Gewalt die Macht am Hindukusch ergreifen und ein islamisches Emirat ausrufen, dann würden sie von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt, erklärte Borrell. "Sie werden Isolation erleiden und keine internationale Unterstützung bekommen." [EPA/ STEPHANIE LECOCQ]

Angesichts des Vormarsches der Taliban in Afghanistan hat die Europäische Union (EU) den radikalislamischen Kämpfern für den Fall einer gewaltsamen Machtergreifung mit einer internationalen „Isolation“ gedroht.

Die Taliban sollten die grundlegenden Diskussionen mit der afghanischen Regierung über die Zukunft des Landes wieder aufnehmen und sofort mit ihren Angriffen aufhören, forderte am Donnerstagabend (12.August) in Brüssel der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

Sollten die Taliban mit Gewalt die Macht am Hindukusch ergreifen und ein islamisches Emirat ausrufen, dann würden sie von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt, erklärte Borrell. „Sie werden Isolation erleiden und keine internationale Unterstützung bekommen.“

Auch aus Deutschland kamen klare Worte. So sagte der deutsche Außenminister Heiko Maas dem ARD und ZDF Morgenmagazin, dass Deutschland im Falle einer Machtübernahme der Taliban „keinen Cent mehr nach Afghanistan geben“ werde. Deutschland zahlt jedes Jahr 430 Millionen Euro an finanzieller Hilfe. Laut Maas sei Afghanistan auf die Zahlungen angewiesen und ohne diese „nicht lebensfähig,“ wie der Minister betonte.

Die radikalislamischen Taliban haben seit dem Beginn des Abzugs der USA und der Nato-Verbündeten Anfang Mai zahlreiche Regionen und Städte Afghanistans unter ihre Kontrolle gebracht. Inzwischen nehmen die Taliban bereits die Hauptstadt Kabul ins Visier.

Am Donnerstag (12. August) eroberten sie die nur 150 Kilometer vor Kabul gelegene Provinzhauptstadt Ghasni sowie die drittgrößte Stadt des Landes, Herat.

Bis Ende August wollen die USA das Land verlassen. Um die Evakuierung des amerikanischen Botschaftspersonal zu gewährleisten kündigte die Biden-Administration am Donnerstag (12. August) an, kurzfristig 3000 zusätzliche Truppen nach Afghanistan zu entsenden.

Auch Deutschland, das nach den USA das größte Truppenkontingent am Hindukusch stationiert hatte, forderte am Donnerstag (12. August) alle deutschen Staatsbürger dazu auf das Land auf dem schnellstmöglichsten Weg zu verlassen.

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