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18/01/2017

EU besorgt wegen „Terrorvorwürfen“ gegen Reporter in der Türkei

EU-Außenpolitik

EU besorgt wegen „Terrorvorwürfen“ gegen Reporter in der Türkei

Unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten in der Türkei Ermittlungen gegen Journalisten zuletzt stark zugenommen.

[AMISOM Public Information/Flickr]

Die Europäische Union hat sich besorgt über das Vorgehen der türkischen Justiz gegen zwei britische Reporter geäußert.

„Wir sind besorgt über die jüngsten Festnahmen der Journalisten von Vice News (…) wegen Terrorvorwürfen“, sagte eine Sprecherin des diplomatischen Dienstes der EU, Maja Kocijancic, am Dienstag in Brüssel. Sie forderte eine „unabhängige und transparente Untersuchung“ der Vorwürfe gegen die Journalisten Jake Hanrahan und Philip Pendlebury. Diese waren vergangene Woche im kurdisch dominierten Südosten der Türkei festgenommen worden, als sie über die dortigen Unruhen berichteten.

Ein Gericht in Diyarbakir warf den beiden Journalisten und ihrem Dolmetscher am Montag vor, in „terroristische Aktivitäten“ der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verwickelt zu sein. Die drei Männer sind in Untersuchungshaft.

Ebenfalls besorgt äußerte sich Kocijancic über die Razzia der türkischen Polizei am Dienstag in der Zentrale des regierungskritischen Medienkonzerns Koza-Ipek-Holding in Ankara. Auch Privatwohnungen der Inhaberfamilie sowie eine zum Konzern gehörende Universität wurden durchsucht. Gründe wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Jedes Land, das über eine Aufnahme in die EU verhandele, müsse die Achtung der Menschenrechte – darunter die Meinungsfreiheit – garantieren, erklärte Kocijancic. Derzeit wächst die Sorge über die sich verschlechternde Pressefreiheit in der Türkei. Unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten Ermittlungen gegen Journalisten zuletzt stark zugenommen, insbesondere wegen angeblicher Beleidigung ranghoher Beamter.