EU-Beitritt von Serbien und Montenegro bis 2025

Laut einer neuen Studie haben Mazedonien und Montenegro die besten Aussichten auf einen EU-Beitritt. Für Albanien und Bosnien-Herzegowina wird es hingegen schwierig, die Kriterien vor 2050 zu erreichen. [European Commission]

Laut einem Strategiepapier der EU-Kommission sollen Serbien und Montenegro bis 2025 der EU beigetreten sein.

Die EU-Kommission will den Beitritt der Staaten des Westbalkans in die EU beschleunigen. Bis 2025 sollten Serbien und Montenegro „für eine Mitgliedschaft bereit sein“, heißt es in einem neuen Strategiepapier der Kommission, das der Zeitung „Die Welt“ (Montagsausgabe) vorliegt. Demnach werden auch für Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Albanien und Kosovo Beitrittsperspektiven aufgezeigt.

Die EU besteht auf die Normalisierung des Dialogs zwischen Serbien und Kosovo

Eine verbindliche Regelung der Beziehungen zum Kosovo ist Voraussetzung für Serbiens EU-Beitritt. Der Dialog müsse fortgesetzt werden, sagte EU-Parlamentspräsident Tajani.

Das Papier wird am Dienstag von EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn in Straßburg vorgestellt.

Die EU hat mit Serbien und Montenegro bereits Beitrittsverhandlungen eröffnet. Hahn hält deren Abschluss bis 2025 für möglich – „aber nur, wenn sie alle Bedingungen dafür strikt erfüllen“, wie er dem Magazin „Spiegel“ sagte. Das Signal sei das gleiche wie für die anderen Westbalkanstaaten, sagte Hahn: „Unsere Tür ist grundsätzlich offen, hindurch geht es aber nur bei entsprechender Leistung. Das ist der Deal.“

Laut dem „Spiegel“ will die Kommission in den kommenden Wochen zudem empfehlen, auch die Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Mazedonien zu eröffnen.

Serbiens Premier Brnabić im Interview: "EU-Beitritt ist ein Marathon"

Im Interview mit EURACTIV.com unterstreicht Serbiens Premierministerin Ana Brnabić, ein EU-Beitritt sei kein Wettbewerb und eine Frage der Ausdauer.

„Eine EU-Mitgliedschaft der Westbalkan-Staaten ist im politischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Interesse der Union“, schreibt die Kommission nach Angaben der „Welt“ in ihrem neuen Strategiepapier. Zuvor müssten in den sechs Ländern aber umfangreiche Reformen vorgenommen und das Reformtempo beschleunigt werden. Konkret fordere die Kommission etwa ein „umfassendes, rechtlich bindendes Normalisierungsabkommen zwischen Serbien und Kosovo“. Für den Transformationsprozess biete die EU dem Westbalkan ihre Unterstützung an.

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