EU-Abgeordnete fordern globales Verbot von Tierversuchen

Die große Mehrheit der EU-Bürger will mehr Tierschutz. [shutterstock/Michael von Aichberger]

Das EU-Parlament hat mit großer Mehrheit eine Entschließung angenommen, die sich gegen Tierversuche für Kosmetika richtet. Die Abgeordneten fordern ein Übereinkommen im Rahmen der Vereinten Nationen.

Die Entschließung selbst ist allerdings unverbindlich und zeitigt daher keine unmittelbaren Folgen. 620 Abgeordnete stimmten für den Text, lediglich 14 dagegen, bei 18 Enthaltungen. Die EU soll nun „eine diplomatische Offensive für ein weltweites Verbot von Tierversuchen für die Körperpflege noch vor 2023 starten.“

Die Abgeordneten weisen darauf hin, dass das Verbot das in der EU bereits besteht die Kosmetikindustrie nicht daran gehindert hat, sich bestens zu entwickeln und rund zwei Millionen Arbeitsplätze zu schaffen. Dennoch seien in 80 Prozent der Länder weltweit Tierversuche und das Inverkehrbringen von Kosmetika, die an Tieren getestet wurden, noch immer zulässig. Das Parlament unterstreicht in der Entschließung vom gestrigen Donnerstag zudem, dass es aufgrund von Gesetzeslücken möglich ist, dass solche Kosmetika auch auf dem europäischen Markt in Verkehr gebracht werden können.

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Weiter heben die Abgeordneten hervor, dass die meisten Bestandteile kosmetischer Mittel auch in vielen anderen Erzeugnissen, etwa in Arzneimitteln, Reinigungsmitteln und sonstigen chemischen Mitteln sowie in Lebensmitteln, verwendet werden, und dass diese Bestandteile gemäß den einschlägigen Rechtsvorschriften möglicherweise an Tieren getestet wurden.

Um ein weltweites Verbot von Tierversuchen für Kosmetika und des Handels mit kosmetischen Inhaltsstoffen, die an Tieren getestet werden, zu erreichen, fordern die Abgeordneten die führenden EU-Politiker auf, ihre diplomatischen Netzwerke zu nutzen, um eine Allianz zu bilden und im Rahmen der Vereinten Nationen den Abschluss eines internationalen Übereinkommens gegen Tierversuche für kosmetische Mittel in die Wege zu leiten. Das Verbot sollte nach dem Willen des EU-Parlamentes noch vor 2023 in Kraft treten.

Das Parlament weißt darauf hin, dass laut einer Eurobarometer-Sonderumfrage aus dem Jahr 2016 89 Prozent der EU-Bürger der Ansicht sind, dass die EU mehr tun sollte, um die Bedeutung des Tierschutzes international stärker ins Bewusstsein zu rücken. 90 Prozent der EU-Bürger sind demnach der Ansicht, dass es wichtig sei, hohe Tierschutzstandards festzulegen, die weltweit anerkannt werden.

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