Estland will Zaun an Grenze zu Russland bauen

Zur Sicherung seines Territoriums und des Schengen-Raums hat Estland den Bau eines Zauns an seiner östlichen Grenze zu Russland angekündigt.

Mit der Errichtung der Anlage solle im Jahr 2018 begonnen werden, sagte Toomas Viks, Sprecher des Innenministeriums in der Hauptstadt Tallinn, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Ziel sei es, die Landgrenze „zu hundert Prozent und rund um die Uhr“ technisch überwachen zu können, um „die Sicherheit Estlands und des Schengen-Raums zu gewährleisten“.

Pläne für den Bau des Zauns würden bereits seit dem vergangenen Jahr ausgearbeitet, sagte Viks weiter. Bis zum Jahr 2019 solle er fertiggestellt sein. Nach Angaben der Grenzschutzbehörden soll der Zaun zweieinhalb Meter hoch und mit Stacheldraht versehen werden. Demnach soll er sich über knapp 110 Kilometer erstrecken und damit nicht die gesamte Grenze abdecken – Marschlandgebiete sollen zaunfrei bleiben.

Estland und seine baltischen Nachbarländer Lettland und Litauen fürchten angesichts des Vorgehens Russlands in der Ukraine um ihre Sicherheit. Die Staaten standen nahezu fünf Jahrzehnte unter sowjetischer Besatzung.

Anfang der 90er Jahre wurden die Länder unabhängig, im Jahr 2004 traten sie der Europäischen Union und der Nato bei. Das Verteidigungsbündnis stärkt derzeit wegen der Ukrainekrise seine Präsenz in Osteuropa.