Estland will schwere Waffen an Ukraine liefern

Estland hat eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, um die Ukraine in ihrer aktuellen Sicherheitslage zu unterstützen. Der Plan sieht vor, Raketen- und Artilleriesysteme für die Panzerabwehr zu spenden und zu liefern, berichten die estnische Nachrichtenagentur und finnische Medien. [Shutterstock / Kavibio]

Estland hat eine Grundsatzentscheidung getroffen, um die Ukraine in ihrer aktuellen Sicherheitslage zu unterstützen. Der Plan sieht vor, Raketen- und Artilleriesysteme für die Panzerabwehr zu spenden und zu liefern, berichten estnische und finnische Medien.

Die Entscheidung stellt einen Kurswechsel dar und spiegelt das Ausmaß der Besorgnis in Estland über die Absichten Russlands wider. Im Laufe der Jahre, nach der Annexion der Krim, hat Estland die Ukraine mit leichteren Waffen und medizinischer Ausrüstung versorgt und bot in Tallinn Training für ukrainisches Personal an.

Im vergangenen Jahr lieferte Estland etwa 2.400 Makarov-Pistolen an die Ukraine. Die Situation verlangt nun aber nach schwereren Kalibern. Man beabsichtige, 122-Millimeter-Haubitzen und Javelin-Raketen an die ukrainische Armee zu liefern, sagte Peeter Kuimet, Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit im Verteidigungsministerium, am 30. Dezember in einem Interview mit ERR News.

Solche Lieferungen bedürfen jedoch der Genehmigung der Herkunftsländer, also der USA, Finnlands und Deutschlands. Die Javelin-Raketen stammen aus den USA, während für die Haubitzen – geschleppte Feldartillerie – die Zustimmung von Finnland und Deutschland erforderlich ist. Finnland hat Haubitzen von Deutschland gekauft, bevor es sie 2009 an Estland weiterverkaufte.

Die estnische Anfrage könnte Helsinki einige Kopfschmerzen bereiten, denn Finnland hat sich streng an den Grundsatz gehalten, im eigenen Land produzierte Waffen nicht in Konfliktgebiete zu schicken.

Das finnische Verteidigungsministerium hat den Eingang der estnischen Anfrage bestätigt und erklärt, dass es die endgültige Entscheidung nach Konsultationen mit dem Außenministerium treffen wird. Der Klärungsprozess in allen drei Ländern kann Monate dauern.

Subscribe to our newsletters

Subscribe