Erneuter Ebola-Ausbruch: Kommission bietet DR Kongo Unterstützung an

Eine Wandmalerei über die Gefahren von Ebola in Monrovia, Liberia, 22 März 2015 [Ahmed Jallanzo/ EPA]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo gemeldet. In Reaktion sagte die Europäische Kommission gestern, sie verfolge die Situation und könne Hilfe bereitstellen.

Mindestens drei Menschen sind im Nordosten des Landes an dem Virus gestorben, teilte die WHO vergangenen Freitag mit. Das ist das achte Auftreten der Krankheit in der DR Kongo seit der Entdeckung von Ebola im Jahr 1976. Die WHO nannte den erneuten Ausbruch einen „Krisenfall der öffentlichen Gesundheit von internationaler Bedeutung.“

Ebola: "Der Virus ist noch immer da"

Ebola forderte in Westafrika 11.000 Menschenleben, löste weltweit Panik aus und veranlasste die EU und ihre Staaten zu Milliarden-Hilfen. Manche Lehren seien in der Hysterie untergegangen, warnt der Autor Paul Richards im Interview mit EURACTIV Brüssel.

Der erste bekannte Todesfall ereignete sich am 22. April: ein 45-jähriger Mann wurde per Taxi ins Krankenhaus gefahren, starb aber während des Transports. Ebenso erkrankte der Fahrer und verstarb später. Eine dritte Person, die den ersten Mann gepflegt hatte, wurde auch krank und ist inzwischen gestorben. Von diesen drei Fällen wurde bei einem per PCR-Test Ebola als Todesursache festgestellt. Momentan werden 25 Personen, die mit dem zweiten Patienten Kontakt hatten, überwacht.

Die Regierung der DR Kongo informierte die WHO daraufhin über den Ausbruch von Ebola in der Region Likati im Norden des Landes, an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik und ungefähr 1400 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt. Der Regionaldirektor für Afrika der WHO, Dr. Matshidiso Moeti, besuchte am Freitag Kinshasa und besprach mit den nationalen Behörden und anderen Partnern, wie eine schnelle Antwort auf den Ausbruch gefunden und Ebola gestoppt werden könne.

Während des letzten Ebola-Ausbruchs in Westafrika in 2014/15 starben mehr als 11000 Menschen, größtenteils in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Die WHO hatte den Ausbruch letztes Jahr als abklingend eingestuft.

Zahl der Ebola-Toten steigt auf über 8.000

In Westafrika ist die Zahl der Ebola-Toten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 8.153 gestiegen. EU-Hilfskoordinator Christos Stylianides ist alarmiert.

Auf Nachfrage von EURACTIV.com über die Reaktion der Europäischen Kommission auf das erneute Auftreten des Virus, sagte Sprecher Carlos Martin Ruiz De Gordejuela, die EU-Exekutive sei „bereit, jegliche benötigte Hilfe bereitzustellen.“ Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz und Ebola-Koordinator der EU, Christos Stylianides, sowie Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis verfolgten die Entwicklungen genau.

Auch das Emergency Response Coordination Centre (ERCC) der Kommission treffe Vorbereitungsmaßnahmen und habe gestern ein Treffen anberaumt, in dem eine mögliche EU-Intervention und die mögliche Entsendung des Einsatzteams European Medical Corps besprochen werden sollte.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.