Erler will Eskalationsspirale anhalten

Gernot Erler, der Russland-Beauftragte der Bundesregierung. [EPA/DANIEL BOCKWOLDT]

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, hat vor einer weiteren Eskalation im Ost-West-Streit über die Schuld am Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal gewarnt.

“Ich bin auch der Meinung, dass jetzt unbedingt verhindert werden muss, dass diese Eskalationsspirale weitergeht”, sagte Erler. Man müsse das Risiko erkennen und sagen, jetzt brauchen wir eine Pause.” Das sei auch sachlich geboten, denn in der nächsten Woche stünden Ergebnisse der Laboruntersuchungen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) an, die vielleicht weiterführen könnten. Zumindest bis dann sollte man warten, ehe man weitere Maßnahmen ergreife. Man müsse erst einmal weiter sprechen.

Die OPCW hatte nach dem Anschlag auf Skripal und dessen Tochter im südenglischen Salisbury auf britischen Wunsch hin unabhängige Ermittlungen aufgenommen. Die Organisation überwacht die Einhaltung der Chemiewaffen-Konvention von 1997. Am Dienstag hatten Forscher eines britischen Chemiewaffenlabors erklärt, es sei unklar, ob das verwendete Gift in Russland hergestellt wurde. Einer gemeinsamen Untersuchung mit den russischen Behörden erteilte London eine Absage.

Briten bleiben gegenüber Moskau auf Konfrontationskurs

Großbritannien lehnt den Vorschlag Russlands für eine gemeinsame Untersuchung des Nervengift-Anschlags von Salisbury ab.

Nach Erlers Einschätzung steigt der Druck auf Großbritannien, weitere Belege für die eigene Sicht der Dinge vorzulegen. Die Regierung in London macht Russland für den Giftanschlag verantwortlich, was die Führung in Moskau vehement zurückweist. Die Bundesregierung hat die russischen Unschuldsbeteuerungen wiederholt zurückgewiesen und die Darstellungen aus Moskau als Nebelkerzen bezeichnet. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist allerdings ähnlich wie Erler gegen weitere Sanktionen.

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