Erdogan nennt Diktatoren-Vorwurf Draghis „unverschämt“ und „obszön“

Präsident Recep Tayyip Erdogan fühlt sich beleidigt. [TOLGA BOZOGLU/EPA]

Mit scharfen Worten hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Vorwurf des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi zurückgewiesen, er sei ein „Diktator“.

Die Bemerkung Draghis sei eine „komplette Unverschämtheit“ und „komplett obszön“, sagte Erdogan in einem am Mittwoch im Online-Dienst Twitter veröffentlichten Video. Zuvor hatte Ankara wegen Draghis Äußerungen bereits den italienischen Botschafter einbestellt.

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Es war der längste und verlustreichste Einsatz der NATO-Partner. Der Abzug der US-Truppen im September bedeutet jetzt den Rückzug aller internationalen Kontingente. Ungewiss bleibt die politische Zukunft des Landes.

Draghi hatte Erdogan im Zuge der „Sofagate“-Affäre als „Diktator“ bezeichnet. Bei einem Besuch von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel in Ankara vor gut einer Woche war im türkischen Präsidialamt für von der Leyen kein Sessel neben Erdogan vorbereitet gewesen. Während Michel und Erdogan nebeneinander saßen, musste die Kommissionschefin in beträchtlichem Abstand auf einem Sofa Platz nehmen.

Draghi hatte daraufhin erklärt, er sei „sehr betrübt“ über die „Demütigung“, welche die Kommissionspräsidentin habe erleiden müssen. Die EU müsse aber mit „Diktatoren“ wie Erdogan zusammenarbeiten. In Ankara lösten die Äußerungen Empörung aus. Der türkische Außenminister bezeichnete Draghis Wortwahl als „hässlich“ und „unvernünftig“.

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