Ankara sendet versöhnliche Signale nach Westeuropa

Türkische Streitkräfte sind nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan in die nordsyrische Provinz Afrin eingerückt, um von dort eine mit den USA verbündete Kurdenmiliz zu vertreiben. [Foto: Tumay-Berkin/EPA]

Erstmals seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vor anderthalb Jahren reist Staatschef Recep Tayyip Erdogan nach Frankreich. Auch Richtung Berlin sendet Ankara versöhnliche Signale. Die bilateralen Beziehungen sollen neu gestartet werden.

Geplant ist für den heutigen Mittag unter anderem ein Treffen Erdogans mit Präsident Emmanuel Macron. Macron will nach eigenen Angaben die Menschenrechtssituation in der Türkei ansprechen und Erdogan zur Freilassung inhaftierter europäischer Journalisten drängen.

Paris-Besuch: Erdogan will Wogen glätten

Wenn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag nach Paris reist, geht es nicht nur um eine Stärkung der Beziehungen zu Frankreich, sondern auch um einen Neuanfang im Verhältnis zur EU.

In der EU wird die Festnahme von Oppositionellen und Journalisten in der Türkei mit großer Sorge gesehen. Erdogan macht sie mit für den Putsch im Juli 2016 verantwortlich. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte deshalb im September einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei. Das Verhältnis zwischen Berlin und Ankara war in den vergangenen Monaten von gegenseitigen Provokationen und immer neuen Eskalationen geprägt.

Zuletzt bemühten sich beide Seiten jedoch sichtlich um Annäherung. Parallel zu Erdogans Frankreich-Besuch sendet das türkische Außenministerium versöhnliche Signale auch nach Berlin. Außenminister Mevlüt Cavusoglu wirbt für einen Neustart der bilateralen Beziehungen. Beide Seiten hätten daran ein Interesse, “da wir in einer Zeit voller Herausforderungen leben”, schreibt Cavusoglu in einem vorab veröffentlichten Gastbeitrag für die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Beziehungen sollten “wie schon seit 300 Jahren, in Freundschaft und Zusammenarbeit” fortgeführt werden. Dies gehe aber nur, “wenn wir die gegenwärtige Krisenspirale in unserem Verhältnis durchbrechen”.

Frankreich hingegen ist durchgängig um ein gutes Verhältnis nach Ankara bemüht. Macron nennt die Türkei angesichts der großen Herausforderungen einen „unverzichtbaren Partner“. Auch der Syrienkrieg und die Lage im nahen Osten stehen heute in Paris auf der Agenda.

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